Dax:Immer noch zu klein

40 statt 30 Unternehmen in dem Index? Das ist löblich, aber nicht genug.

Von Harald Freiberger

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist noch gar nicht so alt, erst vor 32 Jahren wurde er gegründet. Er ist auch gar nicht so groß, er umfasst nur 30 Werte. Dafür hat er es zu großer Prominenz gebracht: Der Index gilt als Spiegel der deutschen Börse und als Symbol der deutschen Wirtschaft. Vielleicht ist ihm diese Prominenz über den Kopf gewachsen, es mehrt sich die Kritik am Dax.

Das Skandalunternehmen Wirecard hat seinem Ruf stark geschadet, und Nachfolger wurde mit dem Essenslieferanten Delivery Hero ausgerechnet ein Unternehmen, das noch nie Gewinn gemacht hat. Das Vertrauen von Anlegern stärkt man so nicht. Und das in einer Zeit, in der Indizes immer wichtiger werden, weil viele Anleger Fonds kaufen, die den Indizes eins zu eins folgen.

Die Deutsche Börse reagiert nun auf diese Kritik. Sie will die Zahl der Dax-Mitglieder von 30 auf 40 erhöhen und die Kriterien für die Aufnahme in den Index verschärfen. Die Vorschläge sind alle löblich, es ist zu hoffen, dass die Investoren zustimmen, denen sie vorgelegt wurden. Anleger sollten sich davon aber nicht fehlleiten lassen: Der Dax wird mit den Reformen etwas vertrauenswürdiger, doch es wäre falsch, für die langfristige Altersvorsorge allein auf ihn zu setzen. Dafür ist er auch mit zehn Mitgliedern mehr immer noch zu klein.

© SZ vom 06.10.2020
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