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Malta:Drei Männer wegen Mordes an Daphne Caruana Galizia angeklagt

A demonstrator carries a photo of assassinated anti-corruption journalist Daphne Caruana Galizia as others sing the national anthem at the end of a protest against government corruption revealed by the Daphne Project, in Valletta

Die getötete Journalistin Daphne Caruana Galizia

(Foto: REUTERS)

Die Enthüllungsjournalistin war im Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet worden. Zwischenzeitlich waren Zweifel an den Ermittlungen auf Malta aufgekommen.

21 Monate nachdem die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia durch eine Autobombe ums Leben gekommen ist, sind drei Männer wegen Mordes angeklagt worden. Ihnen wird vorgeworfen, eine Bombe gebaut, sie an Caruanas vor ihrem Haus geparkten Auto angebracht und schließlich zur Detonation gebracht zu haben. Ihnen werde nun der Prozess gemacht, wie maltesische Behörden gegenüber einheimischen Medien bestätigten.

Die regierungskritische Enthüllungsjournalistin war am 16. Oktober 2017 getötet worden. Die Ermordung der damals 53-Jährigen löste auf Malta und im Ausland Empörung aus.

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Die Ermittler in dem Fall stehen auch wegen SZ-Recherchen immer wieder in der Kritik. Nun hat ein Gericht über den Polizisten entschieden, der bislang die Ermittlungen leitet. Einer seiner Interessenskonflikte: Er ist mit einer Ministerin verheiratet.

Die Familie der Journalistin warf den maltesischen Behörden mehrfach vor, nicht genügend zu tun, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Vor ihrer Ermordung hatte Galizia Korruptionsvorwürfe bis in höchste Staatsämter recherchiert und unter anderem enthüllt, dass der Stabschef des Premierministers und ein weiterer Minister bislang unbekannte Offshore-Firmen im Ausland besaßen.

Zweifel an den polizeilichen Ermittlungen auf Malta nährten die Erkenntnisse einer Kooperation internationaler Journalisten, dem sogenannten Daphne-Projekt, an dem neben der SZ unter anderen die New York Times, Reuters , Die Zeit und The Guardian beteiligt waren. Demnach gingen die maltesischen Ermittler Hinweisen auf Beziehungen zwischen den Tatverdächtigen und Wirtschaftsminister Christian Cardona zunächst nicht nach. Laptops und Festplatten der Journalistin hat die Familie inzwischen dem BKA übergeben, weil sie sie den maltesischen Ermittlern nicht anvertrauen wollte.

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