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Übersicht:Welche Corona-Maßnahmen wo in Deutschland gelten

Zusätzlich zu den bundesweiten Maßnahmen gelten regional teils sehr verschiedene Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Eine Übersicht mit Grafik für alle 16 Bundesländer.

Von Lea Weinmann und Christian Endt

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland steigen wieder rapide: Bund und Länder haben am Mittwoch mit einem zweistufigen Maßnahmenpaket reagiert, das national gilt. Aber auch in den Bundesländern gelten teilweise zusätzliche Regeln. Die einen setzen auf strikte Beherbergungsverbote, andere halten davon gar nichts und verhängen stattdessen strengere Kontaktbeschränkungen. Das Ergebnis ist ein großer Wirrwarr an Regeln, Verboten und Maßnahmen. Die Übersicht für alle 16 Bundesländer:

Für viel Verwirrung sorgten dieser Tage die unterschiedlichen Richtlinien der Länder dazu, ob Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten übernachten dürfen oder nicht. Diese sogenannten Beherbergungsverbote sind stark umstritten, weil alles andere als einheitlich.

In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel sind die Infektionszahlen bisher noch vergleichsweise niedrig. Dort müssen Reisende aus Risikogebieten innerhalb Deutschlands erst einmal in eine zweiwöchige Quarantäne, selbst wenn sie schon einen negativen Corona-Test mitbringen. Erst mit einem zweiten negativen Test lässt sich die Quarantäne nach ein paar Tagen verkürzen.

In Brandenburg hingegen darf man als Angereister aus einem Risikogebiet zwar nicht übernachten, ein Tagesausflug ist aber in Ordnung. Ganz anders in Berlin: Die Hauptstadt hat bisher auf sämtliche Beherbergungs- und Einreisesperren verzichtet.

Immerhin in einer Sache sind sich die Länder einig: Wer über das Wochenende zu den Großeltern fahren möchte, muss keinen negativen Test mitbringen. Besuche bei Freunden und der Familie sind von den Beherbergungsverboten ausgenommen.

Ähnlich unübersichtlich sind die Regeln zur Begrenzung der Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen. Abgesehen davon, dass sich die Verordnungen der Länder an dieser Stelle allesamt unterscheiden, gelten auch innerhalb eines Bundeslandes meist unterschiedliche Vorgaben - je nachdem, ob eine Veranstaltung zum Beispiel drinnen oder draußen, mit festen Sitzplätzen, mit oder ohne Alkohol stattfindet.

Hinzu kommt: Jeden Tag überschreiten mehr Landkreise und Städte die Grenzwerte von 35 oder gar 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - und erlassen in der Folge noch mehr und spezifischere Corona-Regeln: Großstädte wie Berlin, Frankfurt am Main, München oder Bremen verhängten zusätzlich eine Sperrstunde, eine strengere Maskenpflicht und nächtliche Alkoholverkaufsverbote.

Die Hoffnung der Bevölkerungsmehrheit, dass die Regeln zu Beherbergungsverboten bundesweit einheitlicher würden, zerschlug sich am Mittwoch nach dem Spitzengespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den 16 Ministerpräsidenten der Länder vorerst. Zwar einigte man sich darauf, Maßnahmen ab der Grenzmarke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche verschärfen zu wollen. So sollen künftig in allen Hotspots strengere Kontaktbeschränkungen und eine Sperrstunde von 23 Uhr an gelten; eine ausgeweitete Maskenpflicht soll schon beim 35er-Schwellenwert greifen.

Zu den Beherbergungsverboten, die übrigens nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung befürwortet, gab es jedoch keinen gemeinsamen Beschluss. Am Donnerstag hatten Gerichte die Beherbergungsverbote in Baden-Württemberg und Niedersachsen im Eilverfahren mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Auch die Regierung in Sachsen kündigte an, das Verbot zum Wochenende wieder aufzuheben.

An dem Durcheinander aus Verordnungen und Allgemeinverfügungen wird sich wohl so schnell wenig ändern. Abstand, Hygiene und Masken sind mittlerweile in den Corona-Alltag integriert - zukünftig könnte auch der regelmäßige Maßnahmen-Check zur neuen Normalität gehören.

© SZ.de/mcs/odg
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