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Coronavirus-Pandemie:Deutschland schränkt Grenzverkehr mit Österreich, Frankreich und der Schweiz stark ein

  • Deutschland schließt von Montagmorgen an weitgehend seine Grenze zu Österreich, Frankreich und der Schweiz.
  • Die Wiedereinreise deutscher Bürger soll möglich bleiben.
  • Innenminister Seehofer will am Abend über Einzelheiten informieren.

Die Bundesrepublik plant ab Montagmorgen acht Uhr wegen des Coronavirus die weitgehende Schließung ihrer Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in einer Telefonschalte geeinigt. Zuerst hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet.

Es soll verstärkte Kontrollen und Zurückweisungen an den Grenzübergängen geben. Der freie Warenverkehr soll aber ebenso gesichert bleiben wie die Ein- und Ausreise von Pendlern in Grenzgebieten und die Einreise deutscher Bürger. Über Einzelheiten will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) um 19 Uhr in Berlin informieren.

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Seine Grenze nach Dänemark will Deutschland an diesem Montag um 6.00 Uhr schließen. Dies habe Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ihm bei einem Telefonat zugesagt, teilte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Sonntag in Kiel mit. Zum selben Zeitpunkt riegelt Schleswig-Holstein seine Nord- und Ostseeinseln für Touristen ab. Zu den betroffenen Inseln gehören Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn und die Halbinsel Nordstrand.

Weitere Grenzschließungen seien nicht ausgeschlossen, sollte sich die Lage "entsprechend entwickeln", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn.

Deutschlands östliche Nachbarländer Polen und Tschechien sowie Dänemark haben bereits ihrerseits die Grenzen zu Deutschland geschlossen. In der Nacht zum Sonntag haben sich an den Grenzen zwischen Polen und Deutschland lange Staus gebildet. "Der Andrang ist groß, weil viele Polen angesichts der neuen Regelung in ihre Heimat zurück wollen", sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes.

Lange Wartezeiten an der polnischen Grenze

Vor dem Grenzübergang Jedrzychowice an der A4 bei Görlitz gab es durch die Kontrollen sieben Stunden Wartezeit, in Swiecko an der A12 bei Frankfurt/Oder mussten Autofahrer fünf bis sechs Stunden warten, wie es am Nachmittag hieß. Entspannter mit nur leichten Verzögerungen war die Lage laut polnischem Grenzschutz an den Übergängen Olszyna an der A15 in der Nähe von Cottbus sowie Kolbaskowo an der A11 in der Nähe von Pomellen.

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hat Polen an 58 Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wieder Kontrollen eingeführt. Internationale Flug- und Zugverbindungen wurden ausgesetzt. Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Diese gelte für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und für Diplomaten. Für den Warenverkehr gibt es keine Begrenzungen.

© SZ.de/leja/mane
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