Reaktionen auf CDU-Wahl Da twittert sogar Seehofer

Bundesinnenminister Horst Seehofer

(Foto: dpa)

Kramp-Karrenbauer folgt auf Merkel als CDU-Vorsitzende. Während der Noch-CSU-Chef seinen ersten Tweet verfasst, spricht Alice Weidel von einem "Linksruck". Die Reaktionen im Überblick.

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Nachfolgerin von Angela Merkel als CDU-Parteivorsitzende. Das entschieden gut 52 Prozent der 1001 Delegierten auf dem Parteitag in Hamburg. 517 Stimmen bekam die neue Vorsitzende, 482 der unterlegene Friedrich Merz. Die ersten Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

So nutzte Bundesinnenminister und Noch-CSU-Parteichef Horst Seehofer die Gelegenheit, seinen ersten Tweet überhaupt abzusetzen. "Meine herzlichen Glückwünsche zur Wahl zur neuen Vorsitzenden der CDU.", schrieb Seehofer auf Twitter. Auch sein designierter Nachfolger gratulierte: "Herzlichen Glückwunsch aus Bayern", schrieb Markus Söder auf Twitter. "Viel Erfolg im neuen Amt. Freue mich auf eine zukünftige Zusammenarbeit." Und weiter: "CDU und CSU müssen wieder enger zusammenrücken und gemeinsam für unser Land arbeiten."

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, beglückwünschte Kramp-Karrenbauer zur Wahl. "Viel Erfolg im neuen Amt", erklärte der CDU-Politiker. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion freue sich auf eine enge und gute Zusammenarbeit. "Gemeinsam mit der Bundesregierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel werden wir für den Zusammenhalt der Gesellschaft eintreten und die Zukunft des Landes gestalten. Wir wollen das Leben der Bürger Stück für Stück besser machen."

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles bot der frisch gewählten neuen CDU-Vorsitzenden eine gute Zusammenarbeit zur Fortsetzung der großen Koalition an. "Sie treten in große Fußstapfen", schrieb Nahles nach dem knappen Sieg gegen den in der SPD sehr kritisch gesehenen früheren Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz. "Ich biete Ihnen gute Zusammenarbeit an", betonte Nahles. Sie wünsche ihr Erfolg bei der Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel, die nach 18 Jahren den CDU-Vorsitz zwar abgibt, aber Regierungschefin in der Koalition mit der SPD bleiben will. "Jetzt heißt es Probleme lösen: Die Zukunft der Renten sichern, den Wert der Arbeit anerkennen, den Zusammenhalt in Europa stärken."

Auch die Grünen-Spitze gratulierte Kramp-Karrenbauer: "Wir freuen uns auf einen spannenden politischen Wettbewerb und die anstehenden inhaltlichen Debatten um die besten Ideen für unser Land und Europa", teilten die beiden Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck mit. Herausforderungen wie die Klimakrise, der soziale Zusammenhalt und die Einhegung von Digital- und Finanzwirtschaft seien enorm. "Wir wünschen der neuen Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, dass es ihr gelingt, sich kraftvoll mit der Partei diesen Aufgaben zu stellen", schrieben die beiden.

FDP-Chef Christian Lindner freut sich auf einen "fairen Wettbewerb und gute Zusammenarbeit" mit Kramp-Karrenbauer. "Eine Mehrheit des Parteitags sprach sich für eine andere Strategie aus", twitterte Lindner mit Blick auf den ersten Wahlgang, in dem Kramp-Karrenbauers Mitbewerber Jens Spahn und Friedrich Merz zusammen mehr als die Hälfte der Stimmen erhielten. Dann habe der Parteitag "aber eher Kontinuität gewählt". Lindner gratulierte Kramp-Karrenbauer und schrieb: "Es ist nun die Aufgabe, die CDU zu einen."

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht reagierte kritisch auf die Wahl. Es sei gut, dass die Partei nicht "Blackrock-Merz" gewählt habe, aber "Merkel 2.0" sei auch keine Lösung, twitterte Wagenknecht. Mit Kramp-Karrenbauer gehe die Politik der bisherigen CDU-Chefin Angela Merkel weiter. Ähnlich äußerte sich Linken-Parteichef Bernd Riexinger: "Politisch ändert sich erstmal nichts", schrieb er bei Twitter. Eine knappe Mehrheit beim CDU-Parteitag habe sich für "weiteres Durchwursteln à la #Merkel" entschieden.

AfD-Parteichefin Alice Weidel äußerte sich ebenfalls via Twitter. Mit Kramp-Karrenbauer setze sich der "CDU-Linkskurs fort". Dadurch hätten "auch die letzten konservativen Christdemokraten ihren Kampf verloren und in der Union keine politische Heimat mehr", so Weidel.

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