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CDU in Schleswig-Holstein:Boetticher verlässt die Landespolitik

Er wollte Ministerpräsident werden und stolperte über die Affäre mit einer 16-Jährigen. Jetzt hat Christian von Boetticher erklärt, 2012 auch nicht mehr für den Landtag zu kandidieren. Seine Zukunft liege in der Wirtschaft, erklärte der CDU-Politiker. Sein einstiger Mentor spricht von einem "Verlust".

"Ich werde zur Landtagswahl am 6. Mai nicht wieder kandidieren", sagte Christian von Boetticher am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Der ehemalige CDU-Landes- und Fraktionschef von Schleswig-Holstein zieht sich damit endültig aus der Landespolitik zurück und steht 2012 nicht mehr zur Wahl.

Boetticher verlaesst die Landespolitik

Rückzug aus der Landespolitik: Einen Monat nach dem Bekanntwerden einer Affäre mit einer 16-Jährigen erklärt Christian Boetticher, er werde zu den nächsten Wahlen nicht mehr antreten.

(Foto: dapd)

Auf dem Kreisparteitag des CDU-Kreisverbandes Pinneberg wird Boetticher sich am Samstag ausführlich zu seinem Rückzug äußern. Bei der letzten Wahl war er für den Wahlkreis Pinneberg als Direktkandidat in den Landtag eingezogen - dieses Mal wird Boetticher nur noch als stellvertretender Kreisvorsitzender antreten.

Nach dem Bekanntwerden einer Affäre mit einer 16-Jährigen war Boetticher Mitte August bereits von allen Ämtern und der Spitzenkandidatur zurückgetreten. Ob er sich eine Rückkehr in die Politik zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen kann, ließ der ehemalige Spitzenpolitiker offen.

"Das ist seine persönliche Entscheidung; er hat viel durchgemacht", sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU). Dies sei eindeutig ein Verlust für die Landespolitik. Boetticher habe außerordentliche politische Fähigkeiten.

Seine berufliche Zukunft sehe er als Jurist in der Wirtschaft, sagte Boetticher Spiegel Online. Seine Entscheidung sei gefallen, obwohl er in seinem Wahlkreis eine breite Unterstützung für eine neue Kandidatur erfahren habe. Auch in der Landtagsfraktion sei er freundlich aufgenommen worden.

"Manchmal ist es aber ganz gut, wenn man geschubst wird, damit man die Chance erkennt, etwas anderes mit seinem Leben anzufangen. Ich bin jetzt in den Vierzigern, wenn nicht jetzt, wann dann?", wird der Politiker zitiert.

© sueddeutsche.de/dpa/bero/mikö
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