Reaktionen zum Tod von George H. W. Bush "Patriot und bescheidener Diener"

Obama übergab Bush 2011 die Freiheitsmedaille.

(Foto: REUTERS)

Der Tod des früheren Präsidenten ruft Bestürzung bei seinen Nachfolgern und internationalen Politikern hervor. Trump, Clinton und Obama würdigen die Rolle von Bush für die USA.

Der frühere US-Präsident George H. W. Bush ist tot. Er ist im Alter von 94 Jahren gestorben, teilte ein Sprecher der Familie mit. Der Republikaner war von 1989 bis 1993 der 41. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er war der Vater des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und des Ex-Gouverneurs von Florida, Jeb Bush.

Die Familie Bush sei zutiefst dankbar für das Leben und die Liebe des früheren Präsidenten, erklärte George W. Bush. Er sei der beste Vater gewesen, den man sich als Sohn oder Tochter habe wünschen können, hieß es in einer Erklärung.

George H. W. Bush

Geradlinig durch turbulente Zeiten

Im Umfeld der Familie hieß es, Bush senior sei friedlich in seinem Haus in Houston verstorben. Bush war zuletzt gesundheitlich angeschlagen und saß im Rollstuhl. Er lebte länger als all seine Vorgänger. Erst vor sieben Monaten war Bushs Frau Barbara gestorben, mit der er 73 Jahre verheiratet war.

Der heutige US-Präsident Donald Trump bekundete gemeinsam mit First Lady Melania sein Beileid. Authentisch und mit unerschütterlichem Bekenntnis zu Glaube, Familie und Vaterland habe Bush Generationen von US-Bürgern inspiriert. Bush senior habe sein Land und die Welt zu einem friedlichen Ende des Kalten Krieges geführt. Seine Arbeit habe den Grundstein für den jahrzehntelangen Wohlstand der USA gelegt.

Der demokratische Ex-Präsident Bill Clinton hat die Freundschaft zu Bush als eines der größten Geschenke seines Lebens bezeichnet. Dafür werde er immer dankbar sein, erklärte Clinton. Von dem Moment an, als er Bush als junger Gouverneur getroffen habe, sei er von der Freundlichkeit beeindruckt gewesen, von dem ihm eigenen und aufrichtigen Anstand und dessen Zuneigung zu seiner Ehefrau Barbara. Clinton erklärte weiter, er sei für jede Minute dankbar, die er mit ihm verbrachte. Bush war Clinton im Präsidentschaftswahlkampf 1992 unterlegen.

Auch Barack Obama hat sich bestürzt gezeigt über den Tod von Bush. Amerika habe einen "Patrioten und bescheidenen Diener" verloren, hieß es in einer Erklärung von Barack und Michelle Obama. "Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit." Bush habe sein Leben einem Land gewidmet, das er geliebt habe. Er hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, "auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen", so der demokratische Ex-Präsident.

"Großer Anführer", "echter Partner" und "Freund Deutschlands"

In Deutschland haben Politiker ebenfalls ihr Beileid bekundet und an Bushs Rolle bei der Beendigung des Kalten Krieges erinnert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den verstorbenen ehemaligen Präsidenten als "Freund der Deutschen" gewürdigt. "Seinen Beitrag zu unserer Wiedervereinigung werden wir nie vergessen", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb in einem Kondolenzschreiben: "Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen." Und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) nannte Bush "einen Freund Deutschlands", der 1989 "mutig die Chance zur Beendigung des Kalten Krieges" ergriffen habe, wie Maas in Berlin erklärte.

Einer, der an diesen Ereignissen ebenfalls beteiligt war und mit Bush die Abrüstung in den 1980er Jahren vorantrieb, ist Michail Gorbatschow. Er habe mit Bush in einer "dramatischen Zeit" zusammengearbeitet, sagte der 87-jährige frühere sowjetische Staatschef in Moskau. "Das Ergebnis war die Beendigung des Kaltes Krieges und des Rüstungswettlaufs". Bush sei ein "echter Partner" gewesen.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron hat Bush als "großen Anführer" gewürdigt. Der ehemalige US-Präsident habe die Allianz mit Europa immer unterstützt, schrieb Macron auf Twitter. "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und den Menschen, die ihm nahe standen."

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