Burkina Faso:Militär nimmt Regierung in Geiselhaft

Kurz vor den Wahlen haben Teile des Militärs die Übergangsregierung in Burkina Faso festgenommen.

Von Tobias Zick, Kapstadt

In Burkina Faso sind Soldaten der Präsidentengarde am Mittwochnachmittag in den Präsidentenpalast vorgedrungen und haben den Interims-Staatschef Michel Kafando sowie Premierminister Isaac Zida festgesetzt. Die Politiker seien "als Geisel genommen worden", sagte der Vorsitzende des Übergangsparlaments. Die Präsidentengarde gilt als loyal zum früheren Staatschef Blaise Compaoré, der nach 27 Jahren an der Macht unter dem Druck eines Volksaufstands Ende Oktober 2014 abgetreten war. Die Proteste galten als Auftakt eines möglichen Afrikanischen Frühlings. Auslöser war Compaorés Versuch gewesen, sich durch eine Verfassungsänderung eine weitere Amtszeit zu sichern. In mehreren Staaten Afrikas drohen ähnliche Szenarien, gegen die sich zunehmend Protest regt. Medienberichten zufolge bezogen am Abend Soldaten Stellung rund um den Präsidentenpalast, während Demonstranten auf das Gebäude zumarschierten und die Freilassung der Politiker forderten. Mit Schüssen versuchten die Soldaten, die Menge zu zerstreuen. Zwischen der Präsidentengarde und der Übergangsregierung war es jüngst zu Spannungen gekommen, seit Premier Zida deren Auflösung gefordert hatte. Für den 11. Oktober sind in Burkina Faso Wahlen geplant.

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