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Bundesregierung:Mehr als eine halbe Milliarde für externe Berater

Bundesregierung: Seehofer und von der Leyen bei einer Pressekonferenz 2018

Das Verteidigungs- und das Innenministerium haben 2019 am meisten Geld für externe Berater ausgegeben. Im Bild: Ex-Verteidigungsministerin von der Leyen und Innenminister Seehofer.

(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)
  • Das Kanzleramt und die Bundesministerien haben 2019 mindestens 548,5 Millionen Euro für externe Berater ausgegeben.
  • Am meisten hat das Verteidigungsministerium ausgegeben, obwohl von dort bislang nur die Kosten für das erste Halbjahr gemeldet wurden.
  • Für externe "Beratungs- und Unterstützungsleistungen" gibt es in den verschiedenen Ministerien keine einheitliche Definition.
  • Kritiker befürchten bei der Beschäftigung von externen Beratern einen zu großen Einfluss von außen.

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Euro für externe Berater ausgegeben. Nach Antworten des Finanzministeriums auf Anfragen des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn haben das Kanzleramt und die 14 Bundesministerien zusammen mindestens 548,5 Millionen Euro in Sachverstand von außen investiert. Vier Ressorts meldeten bisher allerdings nur die Zahlen für das erste Halbjahr. Obwohl dazu auch das Verteidigungsministerium gehört, liegt es mit Ausgaben von 154,9 Millionen Euro für externe Experten auf Platz eins der Berater-Rangliste. Dahinter folgen das Innenministerium mit 152,4 Millionen Euro im gesamten Jahr 2019 und das Verkehrsministerium mit 110,6 Millionen.

Das Kanzleramt (537 000 Euro, allerdings nur zweites Halbjahr), das Bildungsministerium (717 000 Euro) und das Justizministerium (2,4 Millionen Euro) benötigten dagegen am wenigsten zusätzliche Expertise. Finanz-Staatssekretärin Bettina Hagedorn weist aber darauf hin, dass es für externe "Beratungs- und Unterstützungsleistungen" keine einheitliche Definition in den einzelnen Ministerien gebe. Deshalb könne "nicht von einer ressortübergreifenden Vergleichbarkeit der Angaben ausgegangen werden", heißt es in ihrer Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Außerdem seien die Zahlen noch als vorläufig zu betrachten.

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Das Engagement von Unternehmensberatern und anderen Experten von außen durch die Bundesregierung ist hoch umstritten. Kritiker meinen, dass der Einkauf von Sachverstand zu teuer und angesichts der mehr als 20 000 Mitarbeiter in den Ministerien auch nicht zwingend notwendig sei. Zudem wird zu großer Einfluss auf die Regierungsarbeit befürchtet. Befürworter versprechen sich dagegen in ganz unterschiedlichen Bereichen einen Mehrwert durch den Blick von außen oder setzen Experten für Spezialaufgaben ein, für die keine festen Mitarbeiter benötigt werden.

Kritiker befürchtet eine Abhängigkeit von privaten Unternehmen

Der Linken-Politiker Höhn kritisiert die Höhe der Ausgaben scharf. "Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln", sagt er. "Die Bundesregierung hat in den Ministerien Tausende kompetente Beamtinnen und Beamte. Zuallererst sind sie dafür da, die inhaltliche Arbeit für die Regierung zu leisten. Alles andere macht eine Regierung abhängig von privaten Firmen. Das wäre inakzeptabel."

Der Einsatz von Beratern im Verteidigungsministerium wird seit einem halben Jahr von einem Untersuchungsausschuss des Bundestags überprüft. Es geht um Vorwürfe von unkorrekter Auftragsvergabe bis hin zu Vetternwirtschaft. Mitte Februar soll die frühere Verteidigungsministerin und jetzige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom Ausschuss befragt werden.

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Für frühere Jahre hatten die Ministerien noch deutlich geringere Beraterausgaben gemeldet als jetzt für 2019. Im Februar vergangenen Jahres hatte eine ähnliche Umfrage das Finanzministeriums ergeben, dass es zwischen 2014 und 2017 eine deutliche Steigerung gegeben hat. 2014 lagen die Beaterausgaben der Regierung danach noch bei 63 Millionen Euro, 2015 waren es schon 105 Millionen, 2016 stieg die Zahl auf 243 Millionen, und 2017 lag sie bei 248 Millionen Euro. Für 2018 lagen zum damaligen Zeitpunkt noch keine vollständigen Zahlen vor.

© SZ.de/dpa/saul/thba
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