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Bürgerkrieg in Syrien:Erfolgschancen für Syrien-Konferenz schwinden

Tatsächlich schwinden die Chancen für den Erfolg einer Syrien-Konferenz auch ohne Assads Ablehnung. Weiterhin ist unklar, welche Oppositionsgruppen dort überhaupt vertreten sein sollen. Viele Rebellen halten an der Bedingung eines Assad-Rücktritts für Verhandlungen fest, andere sind als Islamisten für den Westen inakzeptabel, ein weiterer Teil wird der Menschenrechtsverletzungen verdächtigt. Die Zeitschrift Economist listet in ihrer aktuellen Ausgabe alleine zwölf "Schlüsselgruppen" auf, der BBC Nahost-Korrespondent Paul Danahar schlug jüngst vor, die Rebellen statt als "Freie Syrische Armee" lieber "Männer mit Waffen" zu nennen.

A man is seen on a damaged staircase in Homs

Ein Mann läuft am Sonntag in ein zerstörtes Haus in der Stadt Homs: Während es einen großen Teil des Landes verloren hat, konzentriert das Assad-Regime seine Bemühungen auf das dortige Kernland.

(Foto: REUTERS)

Selbst die Ansprechpartner des Westens, deren Einfluss auf die Kämpfer der Rebellen umstritten ist, sind schwer an einen Tisch zu bringen: Die libanesische Zeitung Al-Nahar berichtet von ermüdenden Verhandlungen zwischen der in Istanbul ansässigen Nationalen Syrischen Koalition und dem Nationalen Koordinierungskomitee für demokratischen Wandel.

Letztere gilt als moderate Oppositionsbewegung, die vom Regime bislang noch weitgehend toleriert wird. Dem Bericht zufolge dringt die US-Regierung darauf, dass beide Gruppen mit einer gemeinsamen Delegation an den Verhandlungen teilnehmen.

Doch auch über die Frage, wen Assad zur Konferenz nach Genf schickt und ob, wie von Russland gewünscht, auch Iran an den Gesprächen teilnehmen wird, herrscht Unklarheit. Die bekannt gewordenen Waffensystem-Lieferungen Russlands an Assad haben das Misstrauen zwischen den Organisatoren verstärkt.

Raketen Richtung Tel Aviv

Da passt es ins Bild, dass Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Sonntag erklärte, man gehe davon aus, dass die Konferenz "auch durchgeführt wird". Längst wäre schon das Treffen selbst ein Erfolg, an Resultate mag niemand glauben. Die Situation erinnert frappierend an die erste Genfer Syrien-Konferenz im Juni 2012, die ohne die entscheidenden Parteien stattfand und mit einer dünnen, folgenlosen Erklärung endete.

Währenddessen spitzt sich auch die Situation zwischen Syrien und Israel zu, das Anfang des Monats Ziele in Syrien bombadiert hatte, um Waffenlieferungen an die Hisbollah-Miliz zu verhindern. Einem Bericht der Sunday Times zufolge hat Damaskus Boden-Boden-Raketen des Typs "Tischrin" gegen Israel in Stellung gebracht. Im Falle eines erneuten Angriffs durch den Nachbarn, so heißt es, sollen diese auf Tel Aviv gefeuert werden.

*Mehr über die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte finden Sie in diesem Artikel.

Mit Material von dpa.