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Brexit:Traum der Radikalen

Die Hardliner setzen die Zukunft ihres Landes aufs Spiel.

Nach einer pandemiebedingten Pause gehen nun die Brexit-Gespräche weiter. Bis zum Jahresende muss der Handelsvertrag zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich stehen, sonst droht - wieder einmal - ein No Deal. Selbst vielen Briten erscheint es widersinnig, in einer Zeit über den endgültigen EU-Austritt zu verhandeln und weitere ökonomische Risiken einzugehen, in der die Welt sehr viel Wichtigeres zu tun hat. Warum nicht einfach die Übergangsphase verlängern und Kräfte sammeln für eine gemeinsame Überwindung der drohenden Rezession?

Doch die Regierung in London will davon nichts wissen. Kein Wunder: Denn es wäre beschämend - nach dem Get-Brexit-Done-Getöse von Boris Johnson. Und es wäre peinlich, hatten doch die Briten das Austrittsdatum extra in den ersten Vertrag schreiben lassen. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Tatsächlich fürchtet sich Downing Street auch vor den Kosten, die bei einem Verbleib in der Europäischen Union auf Großbritannien zukämen. Und viele Hardline-Brexiteers, die jetzt in der Regierung von Boris Johnson sitzen, träumen immer noch von No Deal als der ideologisch radikalsten Lösung. Was dabei vor die Hunde gehen könnte, ist Großbritannien. Aber das hat diese Brexit-Fans noch nie gestört.

© SZ vom 16.04.2020

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