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Bildband:Nichts als Fußspuren

Mit Satellitenfotos vermittelt Yann Arthus-Bertrand in seinem Bildband "Dünnes Eis", wie sehr sich die Welt schon verändert hat und was getan werden muss, um sie zu retten.

Von Roswitha Budeus-Budde

Ob dieser Eisbrecher wirklich in vierzig Jahren nicht mehr fahren wird, weil dann, wie die Wissenschaftler voraussagen, das Packeis am Nordpol verschwunden ist? Yann Arthus-Bertrand zeigt in bestechenden Satellitenfotos, wie sich die Bilder der Erde schon verändert haben. Da sieht man im Kapitel "Der menschliche Wahnsinn", dass der Aralsee fast ausgetrocknet ist, weil Usbekistan das Wasser für die Baumwollproduktion nutzt . "Wir brauchen nachhaltigere Lösungen zur Wassergewinnung". Dieser Appell gilt auch für den Umgang mit Wasser in Saudi Arabien. Hier wird die Wüste mit Grundwasser begrünt, das irgendwann erschöpft ist. Stark gefährdet sind auch die Korallen in bekannten Urlaubsgebieten, wie im Great Barriere Riff in Australien. Nur der Ökotourismus, wie ihn schon Costa Rica fördert, kann die Natur auf Dauer vor Zerstörung retten. "Nichts mitnehmen außer Fotos und Erinnerungen, nichts hinterlassen außer Fußspuren". (ab 10 Jahre)

Yann Arthus-Bertrand: Dünnes Eis. Was braucht die Welt, damit sie hält? Aus dem Französischen von Kristina Petersen. Gabriel Verlag, Stuttgart 2019. 73 Seiten, 15 Euro.

© SZ vom 30.12.2019
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