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Baskische Separatistenorganisation:Eta gibt ihre Auflösung bekannt

Solidaritätsdemo für inhaftierte Eta-Kämpfer in Bilbao.

(Foto: AP)

Nach einem jahrzehntelangen bewaffneten Kampf gegen den spanischen Zentralstaat erklärt die Gruppe, sie werde "ihren Weg beenden". Das heiße nicht, dass es keinen Konflikt mehr gebe.

Die baskische Separatistenorganisation Eta hat ihre Auflösung bekannt gegeben. Damit beendet sie ihren jahrzehntelangem Untergrundkampf gegen die spanische Zentralregierung.

All ihre Strukturen seien aufgelöst, teilte sie in einem von der spanischen Online-Zeitung eldiario.es veröffentlichten Brief mit, der an baskische Institutionen und Verbände adressiert war. Sie übernehme die Verantwortung für ihr Scheitern beim Versuch, den baskischen "politischen Konflikt" zu lösen, hieß es in dem auf Baskisch geschriebenen Brief. "Die Eta hat beschlossen, ihren historischen Zyklus und ihre Funktion als beendet anzusehen und demnach ihren Weg zu beenden."

Gegründet wurde die Eta noch zu Zeiten der Franco-Diktatur. Aufsehen erregte sie 1973 mit dem Attentat auf den damaligen spanischen Ministerpräsidenten Luis Carrero Blanco, der von Diktator Francisco Franco zu seinem Nachfolger bestimmt worden war. In ihrem Untergrundkampf für einen unabhängigen baskischen Staat wurden seit ihrer Gründung 853 Menschen in Nordspanien und Südfrankreich getötet. Ihre Auflösung, schreibt die Eta, "löst nicht den Konflikt, den das Baskenland mit Spanien und Frankreich hat".

Der spanische Zentralstaat ging mit großer Härte gegen die baskischen Separatisten vor. In den 1980er Jahren kamen sogar Todesschwadrone zum Einsatz, die baskische Aktivisten ermordeten. 1979 - nach dem Ende der Franco-Diktatur - erhielt das Baskenland zwar einen Autonomie-Status, doch immer wieder scheiterten Friedensverhandlungen der Eta mit Madrid. Erst 2011 rief die Eta einen "dauerhaften Waffenstillstand" aus, 2017 erklärte die Organisation dann, ihre Waffen vollständig abzugeben. Zahlreiche Eta-Anhänger sitzen aber noch heute in spanischen Gefängnissen.

© SZ.de/ap/afp/jsa/bix

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