Bad Münstereifel:Bürgermeisterkandidat stirbt kurz vor Wahlsieg

Bad Münstereifel: Werner Esser erlag am Sonntagabend einem Herzinfarkt

Werner Esser erlag am Sonntagabend einem Herzinfarkt

(Foto: esser-badmuenstereifel.de)

Werner Esser gewinnt die meisten Stimmen bei der Bürgermeisterwahl in Bad Münstereifel. Doch vor Schließung der Wahllokale bricht er zusammen.

Von Jannis Brühl, Köln

In Bad Münstereifel wird die Bürgermeisterwahl vom tragischen Tod des siegreichen Kandidaten überschattet. Werner Esser erlitt einen Herzinfarkt.

Der 57-Jährige Rechtsanwalt brach kurz vor dem Bekanntwerden der Ergebnisse um 18 Uhr zusammen. Sanitäter brachten ihn ins Krankenhaus, wo er am Abend starb. Esser hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Essers Ergebnis hätte eigentlich Grund zur Freude für die SPD sein sollen. In den Kommunalwahlen hatte die CDU in wichtigen Städte wie Oberhausen, Bonn und Essen die Mehrheit geholt. Bad Münstereifel im Kreis Euskirchen gilt als CDU-Hochburg. Umso überraschender war es, dass Esser mit guten Chancen in die Stichwahl gegen seine Kontrahentin von der CDU gehen sollte. Er holte 44,7 Prozent der Stimmen, sieben Prozentpunkte mehr als Sabine Preiser-Marian.

Esser saß 17 Jahre im Stadtrat von Bonn. Im Bürgermeister-Wahlkampf hatte er unter anderem mehr Bürgerbeteiligung und den Ausbau des Breitbandnetzes versprochen.

Heino unterstützte ihn

Im Wahlkampf half Esser wohl auch, dass er vom Sänger Heino unterstützt wurde, dem wohl prominentesten Bewohner der Stadt. Heino wirft dem scheidenden Amtsinhaber Alexander Büttner (CDU) unter anderem vor, ein umstrittenes Outlet-Center in die Innenstadt geholt zu haben, weswegen Heino mit seinem Café umziehen musste. Der von mittelalterlicher Architektur geprägte Ort versucht, sich als Einkaufszentrum neu zu erfinden. Als erste Stadt etablierte Bad Münstereifel ein Outlet im Zentrum - normalerweise liegen solche Einkaufszentren außerhalb einer Stadt.

Nun muss in Bad Münstereifel noch einmal gewählt werden. In der Kommunalverordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen heißt es: "Scheidet einer der beiden Bewerber vor der Stichwahl durch Tod oder Verlust der Wählbarkeit aus, ist die Wahl insgesamt zu wiederholen."

© SZ.de/dd
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