Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen:CDU bricht SPD-Dominanz in Bonn und Oberhausen

Die CDU zeigt bei den Wahlen in Nordrhein-Westfalen, dass sie auch in Großstädten gewinnen kann.

"Der Vesuv von Neuss" ist Geschichte: Nach den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen ist Schluss mit dem Bürgermeister Herbert Napp, der es zu überregionaler Bekanntheit brachte. CDU-Politiker Napp wollte sich an seinem Arbeitsplatz nicht an das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden halten. Napp, fortan "Vesuv von Neuss" genannt, rauchte einfach weiterhin in seinem Dienstzimmer. In Kürze stellt sich das Problem in Neuss nicht mehr, Napp trat nicht mehr zur Wahl an. Sein Nachfolger als Bürgermeister ist in der 150 000-Einwohner-Stadt der SPD-Politiker Reiner Breuer.

SPD verliert nach 60 Jahren Oberhausen

Auch wenn die CDU in Neuss verloren hat, in den Großstädten hat die CDU nach vielen Rückschlägen wieder Erfolge erzielt. In Oberhausen verloren die Sozialdemokraten nach fast 60 Jahren den Oberbürgermeister-Posten an die CDU. Deren Kandidat Daniel Schranz konnte sich klar mit 52,5 Prozent der Stimmen durchsetzen.

Nach fast 21 Jahren zieht die CDU auch in Bonn wieder in das Rathaus ein. Der indischstämmige CDU-Kandidat Ashok-Alexander Sridharan holte mit 50,06 Prozent der Stimmen knapp die nötige Mehrheit. Sridharan ist der erste CDU-Politiker mit Migrationshintergrund, der zum Oberbürgermeister eine Großstadt gewählt wurde. Er folgt auf Jürgen Nimptsch (SPD), der seit 2009 regiert hatte und nicht mehr zur Wahl angetreten war. In Münster verteidigte Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sein Amt mit 50,6 Prozent der Stimmen gegen SPD-Mann Jochen Köhnke.

In Essen und Bochum wird es in zwei Wochen eine Stichwahl geben, in Essen geht die CDU mit einem deutlichen Vorsprung ihres Kandidaten in die entscheidende Abstimmung.

Das sagen Ministerpräsidentin Kraft und der CDU-Politiker Laschet

Im Gegenzug eroberte die SPD allerdings die Chefsessel in Leverkusen und im Kreis Herford. "Aus SPD-Sicht gibt es Licht und Schatten", sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. CDU-Landeschef Armin Laschet sah "Rückenwind" für seine Partei für die Landtagswahl im Mai 2017.

Die Wahlbeteiligung war niedrig: In vielen Kommunen gaben weniger als 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Gewählt wurden Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte in knapp der Hälfte aller Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

© kabr/uga
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