Atomkatastrophe in Japan: Fragen und Antworten Sind Jodtabletten jetzt sinnvoll?

Gegen radioaktive Strahlung schützt grundsätzlich kein Medikament, denn diese schädigt den Körper nicht chemisch - wie etwa bei einer Vergiftung -, sondern physikalisch: Radioaktives Material bombardiert die Moleküle des Körpers und zertrümmert sie. Insofern wirken Jodtabletten nur indirekt. Indem sie die Schilddrüse mit nichtradioaktivem Jod sättigen, soll verhindert werden, dass sich strahlende Jod-Varianten in diesem empfindlichen Organ ansammeln.

Radioaktives Jod gilt als besonders gefährlich für den Organismus, weil es je nach Variante eine verhältnismäßig kurze Halbwertszeit von Stunden bis zu Tagen besitzt. Das bedeutet, die Jod-Atome entladen einen Großteil ihrer zerstörerischen Aktivität in diesen relativ kurzen Zeiträumen.

Die kurze Halbwertszeit von Jod ist aber auch ein Grund, warum die Einnahme von Jod-Tabletten in Deutschland derzeit nicht nötig ist: Bis Jod-Isotope aus Fukushima über die Stratosphäre nach Deutschland gelangen, haben sie ihre Gefährlichkeit praktisch verloren. Außerdem wären bei akuter Strahlenbelastung Jod-Dosierungen nötig, die nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden sollten.

(pai)