Atomkatastrophe in Japan: Fragen und Antworten Ist der Großraum Tokio akut bedroht?

Japanische Soldaten in Schutzkleidung: Den drei Reaktorblöcken von Fukushima-1 ist gemeinsam, dass die Brennelemente überhitzt sind und schwere Schäden erlitten haben.

(Foto: dpa)

Noch am Dienstagmorgen deutscher Zeit berichteten diverse Internet-Dienste von einer "radioaktiven Wolke", die in Richtung Tokio ziehe. Ursache hierfür sei der mittlerweile aus Norden kommende Wind. Doch ein Blick auf die Daten der von den USA betriebenen Wetterstation am Flughafen Fukushima hätte gezeigt: Solche Schreckensmeldungen sind nicht gerechtfertigt.

Zwar wehte der Wind in der Region Fukushima am Montagabend deutscher Zeit nach Süden, aber nur schwach und wenige Stunden lang. Diese Luftbewegungen haben der Präfektur Ibaraki südlich von Fukushima zeitweise erhöhte Strahlungswerte eingebracht, aber keine bedrohliche Partikelwolke nach Tokio getragen. Das zeigen auch Computersimulationen der US-Behörde für Atmosphäre und Ozeane Noaa.

Die Noaa hat Wanderungen von Luftpaketen simuliert, die unter den aktuellen Wetterbedingungen vom Kraftwerk Fukushima ausgehen. Demnach zogen Partikelwolken am Dienstag auf das offene Meer hinaus (was auch für Mittwoch erwartet wird). Am Dienstag war die Windrichtung in Fukushima uneinheitlich.

Am Mittwoch soll kräftiger Wind aus Nordwest in Richtung Meer einsetzen. Zudem hat leichter Regen eingesetzt, was hoffen lässt, dass ein Teil der aktuell austretenden radioaktiven Partikel aus der Luft gewaschen wird.

(pai)