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Angriff auf israelische Touristen in Bulgarien:Selbstmordattentäter soll Anschlag verübt haben

Der Bombenanschlag auf israelische Touristen in Bulgarien ist laut dem bulgarischen Innenminister wohl von einem Selbstmordattentäter verübt worden. Für führende israelische Politiker steht fest, wer hinter der Bluttat steckt: die radikalislamische Hisbollah und Iran. "Lächerlich", heißt es aus Teheran.

Der Bombenanschlag auf israelische Touristen in Bulgarien ist offiziellen Angaben zufolge wohl von einem Selbstmordattentäter verübt worden. Die Behörden hätten eine Person als mutmaßlichen Selbstmordattentäter identifiziert, die einen gefälschten amerikanischen Führerschein bei sich gehabt habe, sagte der bulgarische Innenminister Zwetan Zwetanow.

Sicherheitskameras hätten einen langhaarigen Mann in Sportkleidung aufgenommen, der sich vor der Explosion etwa eine Stunde lang am Ort des Anschlags aufhielt, berichtete auch die bulgarische Nachrichtenagentur Novinite. Seine Leiche habe die schlimmsten Verletzungen aufgewiesen. Deshalb und wegen des gefälschten Dokuments gingen die Behörden davon aus, dass es sich bei dem Mann um den Selbstmordattentäter handelte.

"Die unmittelbaren Attentäter waren Hisbollah-Leute"

Bei der Tat auf dem Flughafen von Burgas am Schwarzen Meer waren am Mittwoch acht Menschen getötet und Dutzende andere verletzt worden.

Die israelische Verteidigungsminister Ehud Barak beschuldigte die radikalislamische Hisbollah aus dem Libanon, den Anschlag verübt zu haben. "Die unmittelbaren Attentäter waren Hisbollah-Leute, die natürlich ständige iranische Unterstützung haben", sagte Barak im israelischen Rundfunk.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor umgehend Iran für den Anschlag verantwortlich gemacht und eine entschlossene Reaktion angekündigt. "Alle Zeichen deuten auf Iran", sagte er. Israel werde entschlossen auf den Terror Irans reagieren, sagte er. Auch Izchak Aharonowitsch, Minister für Innere Sicherheit, zweifelt nicht an der Schuldigkeit Irans. Man werde mit den Verantwortlichen "die Rechnung begleichen", sagte er laut der israelischen Nachrichtenseite ynet.

Iran weist die Vorwürfe zurück

Aus Teheran kam hingegen ein scharfes Dementi. Die Äußerungen Netanjahus seien "lächerlich", hieß es in einem Kommentar auf der Webseite des iranischen Staatsfernsehens. Es handle sich dabei um einen Versuch, Iran und seine Verbündeten, wie etwa Syrien, zu diskreditieren. Die "unbegründeten Erklärungen verschiedener Staatsmännern des zinonistischen Regimes" erfolgten nach einem bekannten Muster und hätten einen politischen Hintergrund, sagt die iranische Botschaft in Sofia. Der Iran verurteile alle Anschläge auf unschuldige Zivilisten als unmenschlich, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, dem Nachrichtenportal Al-Alam.

Auch die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Organisation im Libanon nannte die Vorwürfe aus Tel Aviv in einer offiziellen Reaktion lächerlich.

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