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Al-Qaida:Propaganda-Video verärgert bin Laden

Das Video wurde zu Propaganda-Zwecken gedreht - Al-Qaida-Chef Osama bin Laden soll allerdings nicht begeistert gewesen sein. Ein namentlich nicht genannter Guantanamo-Häftling erzählte laut Washington Post dem FBI, bin Laden sei wütend gewesen, dass Pearl so brutal und öffentlich umgebracht worden sei, da dieser Mord dem Terrornetzwerk unnötig Aufmerksamkeit bescheren werde.

Daniel Pearl

Journalist David Pearl recherchierte für das Wall Street Journal in Pakistan (Archivbild).

(Foto: AP)

Khalid Scheich Mohammed sei dem Bericht zufolge zuvor von ranghöheren Al-Qaida-Mitgliedern angewiesen worden, Pearl von seinen eigentlichen Entführern zu übernehmen. Die ursprünglichen Entführer rund um den britisch-pakistanischen Extremisten Omar Scheik hätten demnach nicht recht gewusst, was sie mit ihrer Geisel anfangen sollten. Über einen Verbindungsmann sei daraufhin der Kontakt zu Mohammed hergestellt worden. Die Übergabe habe in einem Außenbezirk der pakistanischen Metropole Karatschi stattgefunden.

Insgesamt seien 27 Männer an der Entführung und dem Mord Pearls beteiligt gewesen. 14 von ihnen liefen bis heute in Pakistan frei herum. Das interpretieren amerikanische Medien als Beweis dafür, wie schlecht die Zusammenarbeit der amerikanischen Geheimdienste mit den pakistanischen Partnern sei. Die Entführung und der Austausch Pearls sei eine der ersten Operationen gewesen, bei der militante Gruppen aus Pakistan mit al-Qaida zusammengearbeitet hätten, zitiert die New York Times aus dem Pearl-Report.

© sueddeutsche.de/AP/bavo/liv

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