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Airbus:Voll ausgelastet

Der Luftfahrtkonzern hat Aufträge zuhauf - und will dennoch Tausende Stellen streichen. Das passt nicht zusammen.

Es ist eine Eins mit zwölf Nullen: Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hat derzeit Aufträge mit einem Wert von knapp einer Billion Euro in seinen Büchern, vor allem für Flugzeuge, aber auch für Hubschrauber, Satelliten und viele andere Hightech-Produkte aus der Raumfahrt und der Rüstungsindustrie. Eine Billion Euro, das dürfte die Werke des Konzerns über viele Jahre auslasten. Hinzu kommt: Die Geschäfte laufen, der Umsatz liegt bei 67 Milliarden Euro, der Nettogewinn hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht.

Da verwundert es umso mehr, dass Airbus nun massiv Jobs abbauen und verlagern will. Angeblich sind 3600 Stellen betroffen, an den deutschen Standorten in Augsburg, Bremen und Hamburg, aber auch in Sevilla und im britischen Filton. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern laufen bereits. Natürlich hat Airbus auch Probleme, vor allem beim Militärtransporter A400M und beim Riesenflugzeug A380, aber die sind hausgemacht. Und natürlich muss der Konzern auf die Absatzprobleme und zurückgehenden Bestellungen bei diesen beiden Fliegern reagieren. Aber das darf keineswegs auf dem Rücken der Beschäftigten geschehen. Es müssen schnell einvernehmliche Lösungen her.

Airbus hat eine politische Verantwortung. Der Konzern muss im Blick haben, dass Spezialisten in der Luft- und Raumfahrt dringend gebraucht werden. Es geht auch um den Ruf von Airbus als verlässlicher Arbeitgeber.

© SZ vom 05.03.2018

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