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AfD:Bloß kein Gewöhnungseffekt

Niemand sollte Björn Höckes gezielten Haudrauf-Provokationen auf den Leim gehen. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass man sie deswegen schulterzuckend ignorieren darf.

Wieder einmal hat Björn Höcke eine heisere Haudrauf-Rede gehalten. Wieder einmal hat er versucht, sich als Opfer jener feindlichen Umstände zu inszenieren, die er und seine Partei in Wahrheit selbst besorgen, weil sie auf diese Umstände angewiesen sind wie niemand sonst. Wieder einmal muss keiner lange googeln, der sich nach Gegenrede sehnt. Am Wochenende kam sie vom Zentralrat der Juden, der Teile der AfD ins Völkische abwandern sieht. Wieder einmal also alles wie immer? Bitte nicht.

Natürlich ermüdet es, wie ausdauernd Teile der AfD und besonders Björn Höcke mit immer baugleichen Provokationen versuchen, alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Diesen Maklern in eigener Sache sollte man aber nicht den Gefallen tun, in Gewöhnung zu erschlaffen.

Wachsame und ausdauernde Mahner wie der Zentralrat sind unverzichtbar, selbst wenn von Mahnungen allein Hass und Hetze nicht verschwinden werden. Solche Wachsamkeit bedeutet gewiss nicht, empört auf jeden Leim zu gehen, der von den Maklern irgendwo verkippt wird. Aber sie bedeutet durchaus, dass niemand sich auch nur ein winziges bisschen gewöhnen darf an egal welche Provokationen von Höcke und ähnlich Gesinnten, nur weil diese das 100. Mal vorgetragen werden. Solche Gewöhnung führt ins Unheil.

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