Ägyptischer Ex-Präsident Mursi kommt im November vor Gericht

Jetzt steht ein Datum fest: Ägyptens gestürzter Präsident Mohammed Mursi wird Anfang November wegen Anstiftung zum Mord an Demonstranten vor Gericht stehen. Das berichten ägyptische Staatsmedien.

Ägyptens gestürzter Präsident Mohammed Mursi muss sich vom 4. November an wegen Anstiftung zum Mord an Demonstranten vor Gericht verantworten. Das berichtet der TV-Sender Al-Arabija sowie die zum Reuters-Netzwerk gehörende ägyptische News-Seite Aswat Masriya.

Mursi soll sich gemeinsam mit mehreren anderen Angeklagten wegen der Gewalt gegen Demonstranten vor dem Präsidentenpalast am 5. Dezember 2012 verantworten. Damals hatten Tausende Gegner der Muslimbruderschaft gegen ein Dekret von Mursi und gegen die von den Islamisten verabschiedete Verfassung demonstriert. Fünf Demonstranten wurden getötet. Mehrere Verletzte gaben an, sie seien von Anhängern der Muslimbruderschaft misshandelt worden.

Das Militär hatte Mursi am 3. Juli nach Massenprotesten abgesetzt und unter Arrest gestellt. Inzwischen sitzt er an einem unbekannten Ort in Untersuchungshaft.

Mursi ist nicht der einzige Ex-Präsident, der in Ägypten angeklagt ist. Auch gegen Husni Mubarak, der vom Militär im Februar 2011 nach massiven Protesten zum Rücktritt gezwungen worden war, läuft noch ein Verfahren.

Seit seinem Sturz und der Machtübernahme durch das Militär kommt es in Ägypten immer wieder zu blutigen Unruhen: Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden am Sonntag nach neuesten Angaben des Gesundheitsministeriums 57 Menschen getötet und mehr als 390 verletzt.