31. Juli 2010, 16:13 CSU-Generalsekretär Dobrindt schmäht Kraft als "faulstes Ei"

Alexander Dobrindt giftet gegen die neue NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft - auch Richtung CDU stänkert der CSU-Generalsekretär.

Deftige Worte von Alexander Dobrindt: Der CSU-Generalsekretär, der in den letzten Monaten vor allem in rhetorische Scharmützel mit dem Politpartner FDP verwickelt war - er pries die Liberalen unter anderem als "Gurkentruppe" - äußert sich auch in der politischen Sommerpause gallig.

CSU-Generalsekretaer Alexander Dobrindt: Gallige Querschüsse.

(Foto: ddp)

An diesem Samstag nutzte Dobrindt die Landesversammlung der Jungen Union in München um der Sozialdemokratin Hannelore Kraft ein anrüchiges Attribut zu verpassen. Die neue Ministerpräsidentin von Nordrhein Westfalen sei "das faulste Ei in der deutschen Politik", ätzte Dobrindt.

Die SPD-Politikerin habe nämlich zunächst im Wahlkampf deutlich gemacht, dass die Linkspartei den Demokratietest nicht bestehen würde. Danach sei die rot-grüne Koalition in Nordrhein-Westfalen aber durch die Duldung der Linken an die Macht gekommen, sagte Dobrindt.

SPD und Grüne hatten Kraft im Düsseldorfer Landtag vor etwa zwei Wochen zur Regierungschefin gewählt, ohne die Stimmen der Linken. Rot-Grün fehlt eine Stimme zur absoluten Mehrheit, doch im zweiten Wahlgang reichte Kraft die einfache Mehrheit.

Manche in der CDU verorten die Mitte auf der linken Seite

Dobrindt giftete nicht nur in Richtung SPD, sondern richtete auch an die Schwesterpartei CDU kritische Worte. Dobrindt forderte im Tagesspiegel von der CDU eine Rückbesinnung auf das konservative Profil der Union. "Es kann nicht Aufgabe der CSU allein sein, die konservativen Wurzeln zu benennen und die konservativen Themen anzusprechen. Das muss auch die Union insgesamt tun", forderte Dobrindt in der Sonntagsausgabe des Blattes.

Die Union müsse absolut verlässlich in ihren Grundüberzeugungen sein. Eine Volkspartei werde Wahlen in Zukunft nur dann gewinnen, wenn sie frühere Wähler, die aus Protest zu Hause geblieben seien, wieder für sich mobilisiere. "Das sollte auch die CDU beherzigen. Bei manchen in der CDU habe ich das Gefühl, dass sie die Mitte auf der linken Seite des Spielfelds verorten", kritisierte Dobrindt.