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Spanien:Mindestens 13 Tote nach Sturmtief "Gloria"

Sturmtief ´Gloria" in Spanien

Überschwemmung in Girona: Menschen schauen von ihrem Balkon auf eine überflutete Straße.

(Foto: dpa)
  • Zahlreiche Flüsse und Bäche - speziell in der Region Katalonien - führen Hochwasser, teilweise kam es zu starken Überschwemmungen.
  • Mehrere Menschen wurden von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet.
  • Die Zahl der Todesopfer stieg von neun auf 13. So wurde ein Angler in Calafat von einer Riesenwelle überrascht.

Das Sturmtief Gloria hat in Spanien mindestens 13 Menschen das Leben gekostet und große Schäden hinterlassen. Seit dem Wochenende tobte die Kaltfront mit heftigen Winden, riesigen Wellen und viel Regen und Schnee vor allem im Osten und Nordosten des Landes. Zahlreiche Flüsse und Bäche - speziell in der Region Katalonien - führen Hochwasser, teilweise kam es zu starken Überschwemmungen. Mehrere Menschen wurden von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Die Zeitung ABC sprach von einer "absoluten Katastrophe".

Die Zahl der Todesopfer stieg von neun auf 13. Ein Angler sei in der Küstengemeinde Calafat von einer Riesenwelle überrascht und in den Tod gerissen worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. In den Gemeinden Cabacés und Jorba wurden die Leichen von zwei Männern entdeckt, deren Autos vermutlich von den Wassermassen mitgerissen worden waren. Am Strand von El Prat de Llobregat bei Barcelona wurde eine Frau tot aufgefunden. Wahrscheinlich ist sie ertrunken.

Noch mindestens drei Menschen wurden am Donnerstagabend in Barcelona vermisst. Auf Mallorca gab es ebenfalls mindestens drei Vermisste, auf Ibiza zwei, darunter einen jungen Briten.

Obwohl sich das Wetter in den meisten Landesteilen inzwischen beruhigte, war die Lage am Donnerstagnachmittag vor allem in Girona knapp hundert Kilometer nordöstlich der katalanischen Hauptstadt Barcelona noch angespannt. Dort wurden unzählige Straßen unter Wasser gesetzt, weil der Fluss Ter über die Ufer trat. Zudem gab es große Probleme mit dem Trinkwasser. Aufgrund eines vom Unwetter verursachten Defekts seien mehrere Stadtgebiete ohne jede Versorgung, sagte Bürgermeisterin Marta Madrenas. Man werde erstmals nach langer Zeit auf die Reserven zurückgreifen. Die Betroffenen würden am Donnerstag zunächst nur zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr und dann am Freitag zwischen 7.00 und 9.00 Uhr morgens Wasser haben.

Die Wassermassen zerstörten mehrere Brücken, Straßen waren zeitweise gesperrt. Für viele Schüler fiel der Unterricht aus. Wie groß die Schäden insgesamt sind, ist noch unklar. Regierungschef Pedro Sánchez sagte auf Mallorca bei einem Besuch des schwer in Mitleidenschaft gezogenen Badeortes Cala Rajada im Nordosten der Insel, es werde schnelle Hilfe für alle Betroffenen geben. "Wir werden keine Mittel scheuen", sagte Sánchez, der sich zuvor auch in Katalonien selbst ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen gemacht hatte. Er sei ob der Verwüstung "erschüttert."

Aus Málaga meldete der spanische Wetterdienst einen heftigen Hagelsturm. In den Straßen der andalusischen Stadt lag eine Schicht weißer Hagelkörner. In Alcañiz in der Provinz Teruel mussten Dutzende Menschen wegen eines Erdrutsches ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Auch in Tordera bei Barcelona wurden zahlreiche Wohnhäuser wegen Überflutungsgefahr evakuiert.

Ein ungewohntes Bild bot sich wegen Gloria im Seebad Tossa de Mar und anderen Gemeinden an der Costa Brava: Dort stand Meeresschaum meterhoch in den Straßen, weil der Ozean vom Sturm so heftig aufgewirbelt worden war. Der Schaum bedeckte auch die Hausfassaden.

© SZ.de/dpa/afis
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