Waldbrände in Russland Notstand in drei Regionen aufgehoben

Die Waldbrände gehen leicht zurück - doch an 560 Stellen brennt es noch immer. Weil die Flammen mehr als ein Viertel der russischen Getreide-Ernte vernichtet haben, droht eine drastische Steigerung der Brotpreise.

Nach einer ersten leichten Entspannung bei den schweren Waldbränden in Russland hat Kremlchef Dmitrij Medwedjew in drei von sieben Regionen den Ausnahmezustand aufgehoben. In den Gebieten um Moskau und Nischni Nowgorod sowie in der russischen Teilrepublik Mordwinien und in der Region Rjasan bleibe die Lage aber angespannt, sagte Medwedjew nach Angaben der Agentur Interfax am Donnerstag.

Waldbrände in Russland - nach einer leichten Entspannung hob Präsident Dimitrij Medwedjew den Notstand in drei Provinzen auf.

(Foto: dpa)

Zuvor teilte das Ministerium für Katastrophenschutz mit, die Brandfläche in der Umgebung von Moskau sei in den vergangenen 24 Stunden um mehr als ein Viertel reduziert worden. Auch in anderen Teilen Russlands wurde die Größe der Brände erheblich verkleinert. Allerdings wüteten am Donnerstag noch immer 562 Feuer im Land, über 80.000 Hektar Land standen in Flammen.

In Moskau zog der Smog, der die Stadt seit über einer Woche einhüllte, teilweise ab. Wetterexperten warnten indes, der Smog könne über das Wochenende wieder zurückkehren. Die beispiellose Hitzewelle, unter der Russland in letzter Zeit zu leiden hatte, werde allerdings nächste Woche zu Ende gehen, sagte Roman Wilfand vom russischen Wetterdienst.

Angesichts der schweren Ernteeinbußen und der seit Monaten andauernden Dürre warnte der Kremlchef Spekulanten vor Preistreiberei bei Lebensmitteln. Medien hatten berichtet, dass Brot und Mehl, aber auch viele andere Produkte, um bis zu 20 Prozent teurer geworden seien. "Wir sind in einer sehr schwierigen Situation", sagte Medwedjew

Der Präsident forderte die Staatsanwaltschaft auf, die Geschäftemacher zu bestrafen, die versuchen, Profit aus der drohenden Lebensmittelkrise zu schlagen. Nach Schätzungen von Experten wird Russland in diesem Jahr erstmals seit langem nicht genug Getreide einfahren, um den Eigenbedarf von gut 70 Millionen Tonnen zu decken. Allerdings verfügt das Land über ausreichend Reserven.

Den Prognosen zufolge wird nunmehr eine Ernte von 60 Millionen Tonnen erwartet. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr waren es noch 97 Millionen Tonnen. Analysten hatten einen Anstieg der Preise und der Inflation erwartet. Der Gesamtschaden der schlimmsten Wald- und Torfbrände der russischen Geschichte wird auf bis zu 25 Milliarden Euro geschätzt.

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