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Vergewaltigung:"Ich kann dieses Jahrzehnt nun hinter mir lassen"

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Die Sängerin Duffy hat über eine Gewalterfahrung berichtet.

(Foto: LEON NEAL/AFP)

Schon vor einigen Wochen hatte die walisische Sängerin Duffy über eine Vergewaltigung gesprochen. Jetzt gibt sie Details bekannt. Mit dem Bericht will sie das Erlebte endgültig verarbeiten.

Ende Februar schockierte die walisische Sängerin Duffy mit dem Bekenntnis, sie habe vor einigen Jahren eine Gewalterfahrung gemacht. Diese sei der Grund, warum sie sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen habe. Sie sei für mehrere Tage gefangen gehalten, betäubt und vergewaltigt worden, schrieb sie damals auf ihrem Instagram-Profil.

Nun hat Duffy in einem ausführlichen Bericht über die Vorkommnisse jener Zeit geschrieben - um das Erlebte endlich verarbeiten zu können. Vielleicht könnten ihre Worte den Trost bieten, "dass man der Dunkelheit entkommen kann", schrieb die 35-Jährige auf ihrer Webseite. Ihre Schilderungen verlinkte sie in der Nacht zum Montag auf ihrem Instagram-Konto, wo sie prompt viel Zuspruch und Unterstützung von ihren Anhängern erhielt.

Ihrem Bericht zufolge sei sie vor vielen Jahren an ihrem Geburtstag in einem Restaurant mit Drogen betäubt worden. Der Täter habe sie wochenlang unter Drogeneinfluss gefangen gehalten, sei schließlich mit ihr in ein Flugzeug gestiegen und ins Ausland gereist. In einem Hotelzimmer sei sie vergewaltigt worden. "Ich erinnere mich an den Schmerz und den Versuch, bei Bewusstsein zu bleiben, nachdem es passiert ist."

Tat wurde zweimal aktenkundig

Nachdem sie ihrem Peiniger entkommen sei, habe sie sich lange nicht getraut, zur Polizei zu gehen. Ob sie in den vier Wochen, die sie zu Hause unter Drogen gesetzt worden war, auch schon vergewaltigt worden sei, daran könne sie sich nicht erinnern. Schließlich habe sie sich in Großbritannien einer Psychologin anvertraut. Diese habe ihr geholfen, das Erlebte zu verarbeiten. "Ohne sie hätte ich es nicht geschafft."

Obwohl die Sängerin den Täter wohl nie angezeigt hat, wurde die Tat ihren Angaben zufolge zwei Mal aktenkundig. Einmal wegen einer versuchten Erpressung, als jemand ihr gedroht habe, die Geschichte öffentlich zu machen, und ein zweites Mal, als Unbekannte in ihre Wohnung eingebrochen seien.

Duffy schreibt in ihrem Bericht, sie habe in der Vergangenheit darüber nachgedacht, ihre Identität zu wechseln, ihren Namen zu ändern und in ein anderes Land zu ziehen, um dort etwa als Floristin zu arbeiten. "Im Laufe der Zeit wurde mir klar, dass ich mich nicht weiter verstecken kann." Deshalb habe sie sich nun entschieden, über das Erlebte öffentlich zu berichten. Sie werde aber keine unangekündigten Aussagen mehr dazu machen. "Ich kann dieses Jahrzehnt nun hinter mir lassen", schreibt sie.

© SZ/dpa/lot/olkl

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