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Getöteter Sohn von US-Bundesrichterin:Verdächtiger tot aufgefunden

Polizisten am Ort einer Gewalttat in Jersey City (Symbolbild).

(Foto: KENA BETANCUR/AFP)

Ein Angreifer hatte sich am Sonntag Zugang zum Haus der Familie einer US-Bundesrichterin verschafft und den 20-Jährigen getötet. Nun wurde die Leiche des Verdächtigen entdeckt.

Im Fall des getöteten Sohns einer US-Bundesrichterin ist eine weitere Leiche gefunden worden: Die Behörden glauben einem NBC-Bericht zufolge, dass es sich bei dem am Montag nördlich von New York entdeckten Toten um einen Anwalt handelt, der der Angreifer gewesen sein soll, der am Sonntag in das Haus von Esther Salas eingedrungen war.

Ein Sprecher sagte zu NBC, dass FBI und Polizei untersuchten, ob der Mann an selbstzugefügten Schusswunden gestorben ist und ob eine am Fundort entdeckte Pistole jene Waffe ist, mit der Salas Sohn erschossen und ihr Ehemann verletzt wurde.

Ein als Lieferant verkleideter Unbekannter hatte den 20-jährigen Sohn der US-Bundesrichterin erschossen. Anwalt Mark Anderl, Salas Ehemann, sei in dem Zuhause der Familie in North Brunswick im US-Staat New Jersey angeschossen worden, sagte die oberste Bezirksrichterin Freda Wolfson. Der Täter war nach der Tat vom Sonntag geflüchtet.

Salas sei zu dem Zeitpunkt im Keller gewesen und nicht verletzt worden, sagte ein Mitarbeiter der Strafermittlungsbehörde, der anonym bleiben wollte. Der Getötete sei das einzige Kind der Richterin gewesen. Die Bundespolizei FBI hatte am Sonntagabend getwittert, sie fahnde nach einem einzelnen Verdächtigen.

Salas ist seit 2011 Bundesrichterin in Newark, sie wurde vom damaligen Präsidenten Barack Obama nominiert. Zu ihren bekanntesten Fällen der letzten Jahre zählte ein Verfahren über Finanzbetrug, in dem ein Ehepaar aus einer Reality-TV-Show vor Gericht stand. Salas verurteilte beide zu Gefängnisstrafen, staffelte den Haftantritt aber so, dass sich jeweils ein Elternteil weiter um die vier Kinder kümmern konnte.

2017 hinderte sie die Staatsanwaltschaft daran, die Todesstrafe für einen wegen mehrerer Tötungsdelikte angeklagten mutmaßlichen Bandenführer zu beantragen. Zur Begründung führte sie eine geistige Behinderung des Mannes an, den sie später zu 45 Jahren Haft verurteilte.

Zuletzt hatte sie den Vorsitz in einem laufenden Verfahren, das Investoren der Deutschen Bank angestrengt haben. Diese machen geltend, die Bank habe falsche Angaben über ihre Strategie gegen Geldwäsche gemacht und "Hochrisiko"-Kunden wie den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nicht überprüft.

Der demokratische Gouverneur von New Jersey, Phil Murphy, sprach in einer E-Mail von einer "sinnlosen Tat" und erklärte, "diese Tragödie" sei eine weitere Mahnung, "dass Waffengewalt in unserem Land weiterhin eine Krise darstellt und unsere Arbeit, jede Gemeinde sicherer zu machen, nicht getan ist".

© SZ/AP/mkoh/ick/lot
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