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USA:Serienmörder tot in Gefängniszelle gefunden

Lonnie Franklin Jr. während seines Prozesses im Jahr 2016.

(Foto: AP)

Der "Grim Sleeper", Lonnie D. Franklin Jr., hatte zwischen 1985 und 2007 mindestens zehn Frauen getötet.

Lonnie D. Franklin Jr. saß im Todestrakt des San Quentin State Prison, im August 2016 war er wegen zehnfachen Mordes zum Tode verurteilt worden. Dass seine Strafe vollstreckt werden würde, musste Franklin Jr., der den Spitznamen "Grim Sleeper" bekommen hatte, nicht fürchten. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, hatte im März 2019 sämtliche Vollstreckungen der Todesstrafe ausgesetzt. Nun aber ist der "Grim Sleeper" trotzdem tot. Er wurde am Samstag leblos in seiner Einzelzelle gefunden, teilte das California Department of Corrections and Rehabilitation mit.

Seine erste nachgewiesene Tat beging der Mechaniker und frühere Müllmann 1985, seine letzte 2007. Bei den Opfern handelte es sich in den meisten Fällen um afroamerikanische Prostituierte. Sein jüngstes bekanntes Opfer war 15 Jahre alt, das älteste 35. Die Ermittler vermuten, dass er Dutzende weitere Morde begangen hat. In seiner Wohnung wurden damals Fotos und Videos von fast 200 Frauen gefunden, von denen die meisten nicht identifiziert werden konnten.

1988 überlebte ein Opfer schwer verletzt. Franklin Jr. zerrte die Frau in ein Auto, schoss ihr in die Brust und vergewaltigte sie. Weil er danach bis 2002 eine Pause eingelegt haben soll, wurde er "Grim Sleeper", also "grauenvoller Schläfer", genannt.

Woran der 67-Jährige nun gestorben ist, ist noch unklar. Äußere Zeichen einer Gewalteinwirkung habe er der Behörde zufolge nicht gehabt, eine Autopsie soll nun Klarheit schaffen. Auch ob Franklin Jr. krank war, ist nicht bekannt. Eine Sprecherin sagte der NY Times, sie könne seine Krankenakte wegen der Verschwiegenheitspflicht nicht offenlegen.

Überführt wurde Franklin Jr. im Jahr 2008 durch ein Vergehen seines Sohnes, der wegen Tragens einer Waffe festgenommen wurde und eine DNA-Probe abgeben musste. Die Ermittler überprüften infolge der DNA-Untersuchung auch Verwandte des Sohnes. Ein verdeckter Ermittler sammelte schließlich der Times zufolge ein Stück Pizza des Vaters ein, der DNA-Abgleich brachte dann Gewissheit zu der bis dato ungelösten Mordserie. 2010 wurde der "Grim Sleeper" in seiner Wohnung in Los Angeles festgenommen, 2016 zum Tode verurteilt.

Sein Anwalt, Seymour I. Amster, teilte nach dem Tod seines Mandanten mit: "Für die Familien der Opfer hoffe ich aufrichtig, dass das Ende von Franklins Leben etwas Frieden in ihre bringt."

Amster habe keine weiteren Hintergründe über eine mögliche Krankheit des Serienmörders nennen wollen, sagte aber über dessen Tod: "Das überrascht mich nicht ganz. Dies war einer der Gründe, warum wir in seinem Fall die Todesstrafe als nicht angemessen beurteilt hatten. "

© SZ/ick

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