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Urteil:Messerstecher von Köln wird in Psychiatrie eingewiesen

Mitarbeiter der Stadt-Köln erstochen - Urteil erwartet

Der Angeklagte Anfang Juli vor Gericht.

(Foto: Marius Becker/dpa)

Der an einer "paranoiden Schizophrenie" leidende Mann ist nicht schuldfähig. Er hatte einen Mitarbeiter der Stadt Köln mit einem Küchenmesser erstochen.

Acht Monate nach dem tödlichen Messer-Angriff auf einen Mitarbeiter der Stadt Köln ist der Täter wegen heimtückischen Mordes verurteilt worden. Der 60-Jährige wird dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen, wie das Kölner Landgericht am Freitag entschied.

Nach Überzeugung der Richter hatte der Mann unvermittelt auf den Vollstreckungsbeamten der Kämmerei eingestochen, nachdem dieser bei ihm geklingelt hatte. Das 47 Jahre alte Opfer und seine Kollegin wollten ausstehende Geldzahlungen eintreiben. Der an einer "paranoiden Schizophrenie" leidende Angeklagte ist nach Überzeugung von Staatsanwaltschaft und Gericht nicht schuldfähig. Deshalb ging es in dem sogenannten Sicherungsverfahren nicht um eine Gefängnisstrafe, sondern um seine Unterbringung in der Psychiatrie.

"Das Opfer hatte keine Chance"

Der Mann hatte die Tat im Prozess eingeräumt und sich auf Notwehr berufen. Das Landgericht verurteilte ihn außerdem wegen versuchten Mordes. Denn einige Monate vor der tödlichen Messer-Attacke hatte er laut Urteil schon einmal eine städtische Mitarbeiterin angegriffen und mit einem Schraubenzieher verletzt. Als er danach in eine psychiatrische Klinik kam, wurde er zudem gegen zwei Pfleger gewalttätig.

Von dieser Vorgeschichte wussten der 47-Jährige und seine Kollegin nichts, als sie dem Beschuldigten im vergangenen Dezember einen Hausbesuch abstatten wollten. Der 60-Jährige öffnete die Tür mit einem Küchenmesser in der Hand und stach sofort zu. "Das Opfer hatte keine Chance", sagte die Richterin.

Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und eine politische Debatte ausgelöst. Als Folge des Verbrechens richtete die Stadt Köln Ende April ein ämterübergreifendes Meldesystem ein, in dem seitdem Übergriffe auf städtische Mitarbeiter registriert werden.

© SZ/dpa/bix/vwu
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