Unruhen in Vorstädten Stockholm erlebt sechste Nacht der Gewalt

Schweden kommt nicht zur Ruhe. Fast eine ganze Woche lang kommt es in migrantisch geprägten Vororten zahlreicher Städte schon zu schweren Ausschreitungen. Auch eine Schule brennt. Doch die Polizei scheint langsam die Kontrolle zu gewinnen.

Die Krawalle in Schweden reißen nicht ab. Auch die sechste Nacht in Folge brannten Autos in verschiedenen Städten des Landes. In Vororten und Stadtvierteln der schwedischen Hauptstadt Stockholm brannten die sechste Nacht in Folge Autos. In der Stadt Örebro brannte nach Polizeiangaben in der Nacht zum Samstag sogar eine Schule. Zwischenfälle wurden auch aus Uppsala und dem südschwedischen Malmö gemeldet.

Dennoch erklärte ein Polizeisprecher, die Nacht sei ruhig verlaufen. "Verglichen mit den vorausgegangenen Abenden, ist es einfach gewesen", so Lars Byström nach Angaben der Online-Ausgabe der Zeitung Dagens Nyheter.

Nachdem sich die Polizei in den ersten Tagen weitgehend zurückhielt und vor allem Brände löschte, gingen Beamte nun gezielt gegen Randalierer vor. Rund 30 Verdächtige wurden bisher festgenommen. Byström sagte der Agentur TT, auch wenn die Polizei nicht immer eingreife, so mache sie regelmäßig Videoaufnahmen und sammle Informationen. "Auf diese Weise können wir die Leute ein paar Tage später fassen."

Die Krawalle hatten am Sonntag im Stockholmer Vorort Husby begonnen, in dem 80 Prozent der Einwohner Migranten sind und soziale Missstände herrschen. Auslöser für die Randale war die Tötung eines 69-jährigen Mannes durch die Polizei. Die Polizei hatte den Mann nach eigenen Angaben in Notwehr erschossen. Anwohner vermuten einen rassistischen Hintergrund.