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Ungewöhnliches Doggen-Paar:Blinder Hund und Blindenhund suchen Frauchen/Herrchen

Tierische Freundschaft: Dank ihrer Gefährtin Maddison kann die blinde Hündin Lily ein weitgehend normales Hundeleben führen. Doch dann wird den ehemaligen Besitzern die Haltung der beiden Vierbeiner zu raumgreifend - es droht die Trennung des Doggen-Doppels.

Sie sind ganz besondere Hundefreundinnen: die Doggen Lily und Maddison, für die die britische Tierhilfe "Dogs Trust" derzeit ein neues Zuhause suchte. Gemeinsam wachsen die beiden Hunde auf, unzertrennlich werden sie, als Lily mit 18 Monaten beide Augen entfernt werden müssen. Ganz selbstverständlich nimmt sich die ein Jahr ältere Hündin Maddison ihrer blinden Gefährtin an.

Bilnder Hund und Bindenhund

Ein ganz besonderes Gespann: die blinde Hündin Lily (links) und ihre treue Gefährtin Maddison.

(Foto: Dogs Trust)

Dank ihrer vierbeinigen Freundin kann die Dänische Dogge ein fast ganz normales Hundeleben führen. "Mit Maddisons Hilfe führt Lily ein ausgefülltes, aktives Leben", sagt Kerrie Ridgway vom Hundeschutzbund der westenglischen Grafschaft Shropshire in Shrewsbury. "Sie rennt gemeinsam mit Maddison herum und kommt, wenn sie gerufen wird."

Doch seit Juli droht die Zwangsauflösung der ungewöhnlichen wie unzertrennlichen Zweckgemeinschaft: Die früheren Besitzer des Doggen-Doppels behaupteten, nicht mehr genügend Platz für die zwei hochgewachsenen Vierbeiner zu haben. Nun ist es in Zeiten, in denen der Trend zum handtaschentauglichen Schoßhündchen geht, nicht eben einfach gleich zwei Dänische Doggen zu vermitteln.

Auf der eigenen Homepage und via Twitter sucht Dogs Trust ein neues Zuhause für die zwei "großen, sanften Riesen". Mehrere britische Medien wurden zwischenzeitlich auf das ungewöhnliche Hundeschicksal aufmerksam und halfen, das Herrchengesuch in die breitere Inselöffentlichkeit zu tragen. Doch einen Erfolg gibt es - trotz zahloser Sympathiebekundungen von Online-Tierfreunden - noch nicht zu vermelden.

"Ich appelliere an alle mit großem Herzen und großer Wohnung, sich dieses liebenswerten und unzertrennlichen Paars anzunehmen", lautet deshalb der Aufruf von Tierschützerin Ridgway. Die Doggendamen ließen sich gerne streicheln und liebten die Gesellschaft von Menschen. In einer neuen Umgebung könne es zwar vorkommen, dass Lily in Gegenstände hineinlaufe, aber in einem neuen Zuhause werde sie schnell lernen, wo alles seinen Platz hat.

© sueddeutsche.de/dapd/sks/jobr
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