Undichte Stelle in Pipeline Shell kämpft gegen Ölleck in Nordsee

Alarmierender Vorfall in der Nordsee: Der Mineralölkonzern Shell bekämpft ein Ölleck an einer Förderplattform vor der schottischen Küste. Auf dem Wasser treibt laut Shell eine 31 Kilometer lange Ölschicht - wieviel Öl tatsächlich bereits ins Meer geflossen ist, ist noch unklar.

An einer Plattform des Konzerns Shell in der zentralen Nordsee ist nach einem Leck eine größere Menge Öl ausgeflossen. Auf dem Wasser treibe eine 31 Kilometer lange Ölschicht mit einer maximalen Breite von 4,3 Kilometer, teilte Shell mit. "Wir gehen davon aus, dass das Öl auf natürliche Weise durch die Wellenaktivitäten aufgelöst wird und keinen Strand erreichen wird", heißt es in einer Erklärung des größten Ölkonzerns Europas.

Auf der Nordsee treibt ein Ölteppich, weil es bei einer Förderplattform des Konzerns Shell ein Leck gab.

(Foto: dpa)

Das am Mittwoch an der Plattform Gannet Alpha etwa 180 Kilometer östlich von Abderdeen entdeckte Leck sei inzwischen "unter Kontrolle", erklärte Shell. Unabhängige Informationen zu dem Ausmaß des Vorfalls lagen zunächst nicht vor. Ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter sei eingesetzt worden, um das Problem zu erkunden.

Während Shell offiziell keine Angaben zur Menge des ausgelaufenen Öls machte, hieß es aus Konzernkreisen, es handle sich um nicht mehr als 200 Tonnen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Shell war erst kürzlich durch die Veröffentlichung eines Berichts des UN-Umweltprogramms Unep zur Ölförderung in Nigeria unter Beschuss geraten. Nach Angaben der Unep sind in der ölreichen Region Ogoniland im Nigerdelta aufgrund massiver Verschmutzungen die möglicherweise "umfangreichsten und längsten Öl-Säuberungsarbeiten aller Zeiten" nötig. Shell werden in dem Bericht schwere Versäumnisse vorgeworfen.