Tsunami-Warnung Zwei schwere Beben erschüttern Neuseeland

  • Ein Beben der Stärke 7,8 hat am Sonntag die Südinsel Neuseelands erschüttert. Inzwischen hat sich ein starkes Nachbeben der Stärke 6,2 ereignet.
  • Die Behörden geben eine Tsunami-Warnung heraus, die später jedoch abgeschwächt wurde.
  • Mindestens zwei Menschen kamen infolge des Bebens ums Leben. Aus den betroffenen Gebieten werden überwiegend Sachschäden gemeldet.

Nach dem schweren Erdbeben am Sonntag ist Neuseeland am Montag von einem heftigen Nachbeben der Stärke 6,2 erschüttert worden. Wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte, ereignete sich das Beben etwa 120 Kilometer nordöstlich von Christchurch auf der Südinsel. Zuvor war es bereits zu Dutzenden schwächeren Nachbeben gekommen.

Bei dem Beben am Sonntag, das eine Stärke von 7,8 hatte, waren mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Zunächst wurde eine Tsunami-Warnung ausgelöst, die später abgeschwächt wurde. Erdrutsche verschütteten zahlreiche Straßen, Hunderte Häuser wurden teils schwer beschädigt und in einigen Landstrichen fiel der Strom aus. Videos aus Überwachungskameras zeigten Supermärkte, in denen Flaschen und Nahrungsmittel aus den Regalen geschleudert wurden. Einwohner veröffentlichten Fotos von umgekippten Regalen und bröckelnden Zimmerdecken in sozialen Medien.

SZ Espresso Newsletter

Auch per Mail bestens informiert: Bestellen Sie hier unseren täglichen SZ-Espresso-Newsletter. Hier bestellen.

Besonders betroffen war der kleine Ort Kaikoura etwa 180 Kilometer nördlich von Christchurch. Dort wurde nach Medienberichten eine mehr als Hundertjährige aus den Trümmern ihres Hauses gerettet. Regierungschef John Key überflog die Region im Hubschrauber und sah an der Küste nördlich von Christchurch die massiven Felsabstürze. "Dort ist einfach absolute Verwüstung. Das wird Monate dauern, das wieder herzurichten", sagte er.

Das Beben sei im ganzen Land zu spüren gewesen, teilten die Behörden mit. Die wirtschaftlichen Folgen dürften sich Experten zufolge jedoch in Grenzen halten, weil die Schäden in erster Linie in dünn besiedelten Gebieten aufgetreten seien. "Einige Provinzstädte sind schwer betroffen, aber in den größeren Städten sind die Schäden offenbar überschaubar", sagte der Chefökonom der ASB-Bank, Nick Tuffley.

Neuseeland wird sehr häufig von Erdbeben erschüttert. Das Land liegt auf dem Pazifischen Feuerring, wo mehrere Kontinentalplatten zusammentreffen. Christchurch hatte erst 2011 ein verheerendes Beben erlebt. Dabei waren 185 Menschen umgekommen.