Tsunami von 2004:Nach zehn Jahren: Eltern finden totgeglaubte Tochter

Lesezeit: 2 min

Tsunami von 2004: Wieder in den Händen der Mutter: Jamaliah Jannah hat ihre totgeglaubte Tochter Raudhatul nach zehn Jahren wiedergefunden.

Wieder in den Händen der Mutter: Jamaliah Jannah hat ihre totgeglaubte Tochter Raudhatul nach zehn Jahren wiedergefunden.

(Foto: AFP)

Im Dezember 2004 riss der Tsunami das vierjährige Mädchen mit, zehn Jahre lang hielten die Eltern ihre Tochter für tot. Jetzt fanden sie ihr Kind durch Zufall wieder.

  • Zehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami von 2004 im Indischen Ozean findet ein Elternpaar seine vermisste Tochter wieder.
  • Vor den Augen der Mutter war sie als Vierjährige von den Wassermassen mitgerissen worden.
  • Das Kind wuchs bei einer älteren Frau auf. Durch Zufall erkannte ein Verwandter das Mädchen wieder. Jetzt ist die Familie wieder vereint.

Tsunami-Überlebende nach zehn Jahren wieder aufgetaucht

Ein Elternpaar in Indonesien hat fast zehn Jahre nach dem Tsunami im Indischen Ozean die totgeglaubte Tochter wiedergefunden. "Das ist ein Wunder Gottes", sagte die 42-jährige Mutter Jamaliah Jannah. "Ich habe sie umarmt und sie hat mich umarmt." Die Familie sei seit Mittwoch wieder vereint.

Eltern hatten sich an ein Holzbrett geklammert

Die damals vierjährige Raudhatul war mit ihrem drei Jahre älteren Bruder von den gewaltigen Wassermassen mitgerissen worden. Die meterhohe Flutwelle hatte das Haus der Familie in der Provinz Aceh auf Sumatra zerstört. Die Eltern hatten sich an einem Holzbrett festgeklammert. Verzweifelt hätten sie versucht, ihre Kinder festzuhalten - doch vergeblich.

Tochter wurde von einer älteren Frau großgezogen

Nach Angaben der Mutter hatten sie nach dem Tsunami etwa einen Monat nach ihrer Tochter gesucht, hielten sie dann aber für tot. Im Juni dieses Jahres habe dann ein Onkel zufällig ein Mädchen gesehen, das ihr ähnelte. Ein Fischer soll das Kind auf der gut 30 Kilometer von Sumatra entfernten Insel Banyak gerettet und zurück aufs Festland gebracht haben. Die Mutter des Fischers zog das Mädchen fortan groß.

Sie habe sofort gewusst, dass es ihre Tochter sei, sagte Jamaliah Jannah. "Mein Mann und ich sind so glücklich, dass wir sie wiedergefunden haben." Sollte jemand Zweifel anmelden, ob es sich wirklich um ihr Kind handele, sei sie sofort zu einem DNA-Test bereit.

Auch der Bruder könnte noch leben

Den Angaben von Raudhatul zufolge könnte sogar der ältere Bruder noch leben: Auch er sei gerettet worden. Sie habe ihn dann aber aus den Augen verloren, sagte die Schwester. Die Eltern wollen nun erneut nach ihm suchen.

Der Tsunami, der am 26. Dezember 2004 auf ein Seebeben der Stärke 9,1 folgte, hatte an den Küsten des Indischen Ozeans etwa 230 000 Menschen in den Tod gerissen. Alleine in der Provinz Aceh gab es etwa 130 000 Opfer.

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