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Tschechisches Nationalmuseum:Diamant entpuppt sich als Fälschung

  • Im tschechischen Nationalmuseum wurde offenbar jahrelang ein gefälschter Diamant ausgestellt.
  • Bei einer Inventur entpuppte sich der fünfkarätige Diamant als Glasimitat. Seit wann das teure Stück fehlt, ist völlig unklar.
  • Damit aber nicht genug: Auch bei 70 weiteren Exemplaren gibt es jetzt Zweifel.

Sie gehören zu den wertvollsten und seltensten Produkten der Natur und bestehen aus dem härtesten bekannten Material, das bislang entdeckt wurde. Aber das allein ist es wohl nicht, warum viele Menschen sie die "Könige der Edelsteine" nennen. Die Rede ist natürlich von Diamanten.

Besonders seltene Exemplare werden oftmals sogar in Museen ausgestellt, damit mehr Menschen sie bestaunen können. Viel Ahnung davon haben die meisten aber nicht. Nur so lässt es sich eigentlich erklären warum jahrelang weder einem Besucher noch dem Personal des tschechischen Nationalmuseums auffiel, dass eines der wertvollsten Stücke der Edelsteinsammlung in Prag gar keines war.

Denn erst jetzt entpuppte sich der fünfkarätige Diamant bei einer Inventur plötzlich als völlig banales Glasimitat. Das tschechische Nachrichtenportal Hlidaci pes (Wachhund) mutmaßte, Diebe hätten den Diamanten wahrscheinlich schon vor Jahrzehnten gestohlen und ihn gegen die Kopie ausgetauscht. Zu den Mutmaßungen äußerten sich Vertreter des Museums bislang nicht.

Auch bei weiteren 70 Exemplaren gibt es Zweifel

Aber damit noch nicht genug: Bei der jüngsten internen Überprüfung von 500 der etwa 9000 Objekte kamen demnach laut dem Nachrichtenportal bei 70 Exemplaren ebenfalls Zweifel auf. In den meisten Fällen habe es sich um - scheinbare - Rubine, Saphire, Korunde und Alexandrite gehandelt. Ein 1978 angekaufter Kaschmir-Saphir habe sich bei näheren Untersuchungen als synthetischer Stein herausgestellt. "In der Sammlung herrschte definitiv keine Ordnung", sagte Museums-Vizedirektor Michal Stehlik dem Nachrichtenportal.

Das Museum arbeitet derzeit an einer neuen Ausstellung mit dem Titel "Schatzkammer des Nationalmuseums". Sie soll rechtzeitig zur Wiedereröffnung des historischen Gebäudes am Prager Wenzelsplatz im Herbst fertig werden, das seit 2011 aufwendig restauriert wird. "Dass wir Stücke ausstellen würden, bei denen irgendwelche Zweifel bestehen, kommt selbstverständlich überhaupt nicht in Betracht", sagte Stehlik dem Nachrichtenportal. Echtheitszertifikate sollen das unterstreichen.

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