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Astronomie:Sternenhimmel im Dezember

Merkur erscheint bis etwa 10. Dezember vor Sonnenaufgang tief im Osten. Ebenfalls am Morgenhimmel zeigt sich der Mars.

Highlight:

Am späten Abend funkelt jetzt hoch im Südosten inmitten einer V-förmigen Gruppe von weniger hellen Sternen ein orangefarbenes Lichtpünktchen - Aldebaran im Stier. Diese Konstellation gehört zu den zwölf Tierkreissternbildern, die sich entlang der Ekliptik erstrecken, jenem Pfad, den die Sonne in einem Jahr entlangzieht. Aber auch die scheinbaren Bahnen von Mond und Planeten verlaufen durch diese Zone, die auch Zodiak genannt wird. Eigentlich gehört der Schlangenträger als dreizehntes Bild dazu, doch vermutlich wurde er bei der Erfindung des Tierkreises vor etwa 2500 Jahren in Mesopotamien nicht berücksichtigt. Das mag mit der astrologischen Bedeutung des Tierkreises zusammenhängen: Dessen zwölf Sternbilder sind identisch mit den Sternzeichen, die wiederum der Anzahl der Monate eines Jahres entsprechen. Heute fallen Sternbilder und -zeichen nicht mehr zusammen, sie haben sich aufgrund einer Unwucht der Erdachse verschoben. So etwa hält sich die Sonne vom 18. Dezember bis 20. Januar im Sternbild Schütze auf, während sie ungefähr zur selben Zeit im Tierkreiszeichen Steinbock steht.

Sterne und Sternbilder:

Unterhalb des Stiers finden wir den Orion mit den in Reihe angeordneten Gürtelsternen. Im Süden stehen die unauffälligen Bilder Widder, Walfisch, Fische und Eridanus. Im Südwesten blinken Pegasus und Andromeda. Im Nordwesten funkeln Deneb im Schwan und Wega in der Leier. Die Deichsel des Großen Wagens zeigt zum Nordpunkt am Horizont. Die fünffache Verlängerung der hinteren beiden Kastensterne weist den Weg zum Polarstern an der Deichselspitze des Kleinen Wagens. Hoch im Norden leuchtet die Kassiopeia, im Nordosten schimmern Fuhrmann und Zwillinge.

Planeten, Mond, Meteore:

Merkur erscheint bis etwa 10. Dezember vor Sonnenaufgang tief im Osten. Ebenfalls am Morgenhimmel hält sich Mars auf, er wandert von der Jungfrau in die Waage. Venus ist Abendstern und überholt vom 9. bis 12. Dezember den lichtschwächeren Saturn. Am 28. Dezember steht Venus im Südwesten oberhalb der Sichel des zunehmenden Mondes. Der Mond-Fahrplan: Erstes Viertel am 4., Vollmond am 12., letztes Viertel am 19., Neumond am 26. Dezember. Morgens am 14. Dezember erreichen die Geminiden ihr Maximum, das Mondlicht wird die schwächeren Sternschnuppen aber überstrahlen. Die Sonne steht am 22. Dezember um 5.19 Uhr im tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn - der astronomische Winter beginnt.

© SZ vom 03.12.2019

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