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Aus Psychatrie geflohener Madonna-Stalker gefasst:Wenn kranke Liebe Angst macht

Er hatte gedroht, ihr die Kehle durchzuschneiden und saß dafür zehn Jahre im Gefängnis. Vergangene Woche konnte ein fanatischer Fan von Popstar Madonna aus einer psychiatrischen Klinik entkommen. Jetzt hat die Polizei den als gefährlich eingestuften Mann in Los Angeles gefasst. Madonna ist nicht die Einzige, die sich vor dem Stalker fürchtet.

Johanna Bruckner

Madonna

Litt unter Albträumen, weil ein fanatischer Fan sie bedrohte: Madonna.

(Foto: Getty Images/Süddeutsche.de)

Falsch verstandene Liebe versteht vielleicht niemand so treffend auf den Punkt zu bringen wie die Toten Hosen. Alles aus Liebe heißt ein Song der Punkrocker, der vom verzweifelten Versuch eines Mannes handelt, seiner Angebetenen möglichst nahe zu kommen. "Komm ich zeig' dir, wie groß meine Liebe ist, und bringe uns beide um", lautet die letzte Zeile - das Lied endet mit dem Durchladen eines Gewehrs.

Auch wenn von den Musikern vermutlich nicht intendiert, beschreibt ihr Song doch ziemlich genau das Verständnis von Liebe, das Stalker an den Tag legen. Gegen krankhafte Liebesbekundungen müssen sich auch immer wieder Prominenten zur Wehr setzen. In dieser Woche haben gleich mehrere Stalking-Fälle Schlagzeilen gemacht. Eine der Meldungen: Ein aufdringlicher Fan von Popstar Madonna ist aus einer psychiatrischen Klinik geflohen - der Mann gilt als gefährlich.

"Hochgradig psychotisch"

Der 54-Jährige war 1996 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er der Sängerin mehrfach Gewalt angedroht hatte, wenn sie ihn nicht heirate. Nach Haftende wurde er in die Psychiatrie überwiesen. Bereits am vergangenen Freitag entkam er aus einer Klinik in Norwalk südöstlich von Los Angeles, wie die zuständige Polizei bestätigte. Der Mann sei "hochgradig psychotisch" wenn er seine Medikamente nicht nehme, und habe zudem "gewalttätige Tendenzen", warnten die Beamten.

Nach einer Woche kam nun die erlösende Nachricht: Die Polizei konnte den Flüchtigen festnehmen. Doch der Schock dürfte der Königin des Pop noch in den Knochen sitzen.

Der Stalker hatte Madonna damals damit gedroht, ihr "die Gurgel durchzuschneiden". Dass es nicht soweit kam, verdankt die Musikerin einem ihrer Bodyguards: Dieser stoppte den Stalker, nachdem der bereits über die Mauer vor der Villa des Popstars in Hollywood geklettert war. Der fanatische Fan wurde durch zwei Schüsse verletzt. Madonna sagte später im Prozess aus, sie habe sich von ihrem hartnäckigen Bewunderer im Schlaf verfolgt gefühlt und Albträume gehabt.

Bislang hat sich die 53-Jährige weder zum Ausbruch noch zur Festnahme ihres früheren Peinigers geäußert. Ein anderer Star hatte dagegen offenbar bereits auf die Flucht des gefährlichen Stalkers reagiert: Hollywood-Star Halle Berry hat nach einem Bericht des Onlineportals tmz.com ebenfalls Drohungen des 54-Jährigen erhalten. Diese hätten sie so sehr in Angst versetzt, dass sie in Frankreich Schutz suchen wollte, der Heimat ihres Lebensgefährten Olivier Martinez. Der Ex-Freund der 45-Jährigen, Gabriel Aubry, soll sich jedoch gegen die Auswanderung gesperrt haben: Mit dem Model liefert sich die Schauspielerin derzeit einen erbitterten Sorgerechtsstreit um Tochter Nahla.

Erst im Januar war ein anderer Stalker des Ex-Bond-Girls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, nachdem er mehrere Male in Berry Anwesen in Hollywood eingedrungen war.

"Mehr als eine Million, sie zu verteidigen"

Und eine weitere Prominente machte in dieser Woche die Nachstellungen eines fanatischen Anhängers öffentlich: Kylie Minogue. "Ich liebe 1.033.861 von Euch Liebenden, aber einer ist kein Lover, sondern ein verblendeter Spinner, der mich bedroht. (...) Polizei alarmiert", twitterte die australische Sängerin.

Im Gegensatz jedoch zu vielen nicht-prominenten Stalking-Opfern haben die Stars einen Vorteil: Sie können sich der Unterstützung von Behörden - und Fans - sicher sein. "Wer immer Kylie Minogue bedroht, weiß hoffentlich, dass da mehr als eine Million bereitstehen, sie zu verteidigen", antwortete ein Unterstützer der Musikerin auf ihren Tweet.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/liv
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