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Spanisches Königshaus:Ich habe heute leider kein Foto für dich!

Die spanische Königsfamilie, scheinbar einträchtig versammelt. Doch bevor dieses Foto erschien, gab es einen Streit zwischen Königin Sofia, außen rechts, und Königin Letizia, außen links.

(Foto: AFP)

Familienstreit am Feiertag? Eigentlich nichts Besonderes. In Spanien geht trotzdem der Hashtag #LetiziavsSofia viral - weil sich die beiden Königinnen an Ostern offensichtlich uneins darüber waren, wer mit wem aufs Bild darf.

Was ist passiert?

Sofía von Spanien, 79, trotz der Abdankung ihres Mannes Juan Carlos vor einigen Jahren noch immer berechtigt, den Titel Königin zu tragen, hat nach dem Besuch des Ostergottesdienstes in der Kathedrale von Palma de Mallorca versucht, sich gemeinsam mit ihren beiden Enkelinnen, Leonor, 12, und Sofía, 10, fotografieren zu lassen. Die Gelegenheit war günstig, alle Personen richtig positioniert, doch die Königin scheiterte mit dem Unterfangen.

Wer störte?

Es war Letizia, 45, ebenfalls berechtigt, den Titel Königin zu tragen und an der Seite ihres Ehemannes Spanien zu repräsentieren. Sie lief unvermittelt quer durchs Bild, einmal von links nach rechts, dann wieder von rechts nach links. Während sie das tat, begann sie anscheinend eine, nun ja, Diskussion mit ihrer Schwiegermutter. Leider hört man nicht, was sie sagt, denn das Video, über das unter anderem die spanische Zeitung El Mondo berichtete, ist ohne Ton aufgenommen. Außerdem sieht man Letizia nur von hinten. Es würde also nichts nützen, professionelle Lippenleser zur Interpretation heranzuziehen. So ist die internationale Klatschpresse auf Interpretationen von mehr oder weniger glaubwürdigen Insidern angewiesen, denen zufolge es um das Verhältnis zwischen der älteren und der jüngeren Königin schon länger nicht zum Besten steht.

Was sagen die Royals zu den Debatten über ihre Familienangelegenheiten?

Kein Kommentar, heißt es aus dem Zarzuela-Palast in Madrid, wo die spanische Königsfamilie residiert.

Und wie geht es jetzt weiter?

Entweder es stimmt, was der spanische Boulevard verbreitet und es steht wirklich schlimm um das Verhältnis zwischen den beiden Königinnen. Oder, und da sollte man sich vielleicht mal im eigenen Familienkreis umschauen, es handelt sich hier doch nur um einen ganz normalen Feiertagsstreit.

Das Verhältnis zwischen Schwiegermüttern und ihren Schwiegertöchtern ist häufig kompliziert. Die Schwiegermutter kommt zu ungünstigsten Zeiten zu Besuch, mischt sich zu sehr in die Erziehung der Kinder ein, ist besitzergreifend, herrisch, missgünstig und sagt vor allem dann ihre Meinung, wenn sie nicht danach gefragt wurde, das sind, grob zusammengefasst, die gängigsten Vorwürfe. Glaubt man den Gerüchten, würde Letizia in Bezug auf Königin Sofía einige davon unterschreiben.

In den sozialen Medien in Spanien ist der Hashtag #LetiziavsSofia gerade sehr beliebt und in der Boulevardpresse wird darüber spekuliert, wie der neueste Krach sich auf den Ruf der Monarchie bei den Untertanen auswirkt. Der ist gerade ohnehin angekratzt. In der Krise mit Katalonien machte König Felipe teilweise eine unglückliche Figur, die Ehe mit seiner Frau gilt als zerrüttet und zudem hat er den Ruf, solide, aber langweilig zu sein.

Gut möglich, dass der spanische König manchmal etwas neidisch nach Großbritannien schaut, wo von Prinz William und Herzogin Kate ein weiteres "Royal Baby" erwartet wird und im Mai die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle ansteht. Beides wird, das darf als sicher angenommen werden, bessere Bilder produzieren als jenes, das in Palma de Mallorca entstand. Was nicht zwingend auf weniger Familienstreitigkeiten zurückzuführen ist - aber auf eine gelungenere Inszenierung.

© SZ.de/feko
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