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Sexueller Übergriff:Kandidatin aus Trumps TV-Serie klagt ihn wegen Verleumdung an

Summer Zervos listens as her attorney Gloria Allred speaks during a news conference announcing the filing of a lawsuit against President-elect Donald Trump in  Los Angeles, California

Summer Zervos klagt wegen Verleumdung gegen Donald Trump, den zukünftigen US-Präsidenten.

(Foto: REUTERS)
  • Summer Zervos war als Kandidatin in der TV-Serie "The Apprentice" des künftigen US-Präsidenten aufgetreten.
  • Sie wirft Trump vor, er habe sich ihr 2007 gegen ihren Willen sexuell angenähert - doch der sagt, die Vorfälle hätten "nie stattgefunden".
  • Nun klagt Zervos wegen Verleumdung und fordert Schadenersatz in ungenannter Höhe.

Eine Kandidatin aus der TV-Serie "The Apprentice" des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat ihn wegen Verleumdung angeklagt. Summer Zervos gehe wegen Ausnutzung einer "emotionalen Notlage" gegen Trump vor, teilte ihre Anwältin Gloria Allred am Dienstag in Los Angeles mit.

Zervos hatte Trump vorgeworfen, er habe sie 2007 bei einem Treffen in einem Hotel sexuell bedrängt: Er habe ihr dabei vorgespiegelt, über einen Job in Trumps Unternehmen sprechen zu wollen, und habe sich dann gegen ihren Willen an sie gedrückt und ihre Brust angefasst. Bei einem anderen Gespräch in seinem Büro soll Trump sie gegen ihren Willen geküsst haben.

Der künftige US-Präsident streitet die Vorwürfe ab. Er sagte dazu, er habe "Zervos niemals in sein Hotelzimmer eingeladen" und behauptete, was Zervos ihm vorwerfe, hätte niemals stattgefunden.

Die 42-Jährige erklärte nun, sie habe Trump vor drei Monaten auf einer Pressekonferenz aufgefordert, seine Behauptungen zurückzunehmen. Da er dies nicht getan habe, bleibe ihr aus ihrer Sicht keine andere Wahl, als durch die Klage wegen Verleumdung ihren Ruf wiederherzustellen. Sie sei aber "ohne finanzielle Entschädigung sofort bereit, ihre Klage zurückzuziehen, wenn er seine falschen Erklärungen zurücknimmt". Mit der Klage ist allerdings die Forderung einer Entschädigungszahlung in unbekannter Höhe für "emotionale Schäden und wirtschaftliche Verluste" verknüpft.

Zervos ist nicht die einzige Frau, die dem künftigen US-Präsidenten sexuell übergriffiges Verhalten vorwirft. Einige von ihnen waren im Oktober an die Öffentlichkeit gegangen, nachdem ein Video von 2005 publiziert worden war, in dem Trump mit seinen Übergriffen gegenüber Frauen prahlt. Trump hatte sich nach der Veröffentlichung des Videos entschuldigt, er und seine Frau Melania taten die Äußerungen jedoch als "Jungsgerede" ab.

© SZ.de/AFP/dpa/ees/olkl

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