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Russland:Mehrere Tote nach Schüssen in einer Schule in Kasan

Angriff auf russische Schule

Einsatzkräfte betreten die Schule Nr. 175 in Kasan, wo mehrere Menschen getötet worden sind.

(Foto: Maksim Bogodvid/dpa)

Nach Behördenangaben sind bei einem Angriff acht Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Kinder. Die Polizei nimmt einen 19 Jahre alten Ex-Schüler fest.

Bei einem bewaffneten Angriff auf eine Schule in der russischen Großstadt Kasan in der Republik Tatarstan sind mehrere Menschen getötet worden. Nach Angaben der Behörden gibt es mindestens neun Todesopfer, die meisten von ihnen Kinder. In früheren Berichten war die Zahl der Toten noch mit elf angegeben worden. 21 Menschen wurden teils schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Unter ihnen sind 18 laut regionalem Bildungsministerium 18 Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren. Republik-Präsidenten Rustam Minnichanow sprach von einer "großen Tragödie".

Ein 19 Jahre alter Tatverdächtiger wurde festgenommen, bestätigte ein Behördensprecher. "Es gab nur einen Täter", sagte dieser der Agentur Interfax zufolge. "Informationen über zwei sind nicht richtig." Zuvor war noch von einem möglichen zweiten Tatverdächtigen die Rede gewesen. Auf den 19-Jährigen soll auch die genutzte Waffe registriert worden sein. Den Waffenschein soll er Berichten zufolge erst im April bekommen haben.

Zeugen berichteten auch von einer Explosion. Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weißen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören. Zahlreiche Schüler wurden aus dem Gebäude in einen benachbarten Kindergarten gebracht. Ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass Kinder aus den Fenstern des dritten Stocks gesprungen seien. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einwöchigen Ferien begonnen.

19-Jähriger soll die Tat angekündigt haben

Der festgenommene 19-Jährige soll Medienberichten zufolge vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben. Den Berichten zufolge soll der junge Mann mit einem Gewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben. Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele russische Bildungseinrichtungen Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, ist noch unklar.

Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Der Präsident spricht den Angehörigen der Kinder, die durch die Hand des Schützen gestorben sind, sein tiefes Beileid aus und wünscht den Schulkindern, die verletzt wurden, baldige Genesung", sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow am Dienstag laut Agentur Interfax. Putin wies demnach außerdem an, eine neue Regelung für zivilen Waffenbesitz auszuarbeiten.

In Russland gab es in der Vergangenheit immer wieder Festnahmen, weil Jugendliche angeblich Angriffe auf Schulen geplant hatten. Einen der schlimmsten Überfälle auf eine Schule gab es 2004 im nordossetischen Beslan. Damals brachten tschetschenische Terroristen mehr als 1000 Lehrer, Schüler und Eltern in ihre Gewalt, die sich dort zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt hatten. Zwei Tage später stürmten russische Spezialeinheiten die Turnhalle. Dabei kamen mehr als 300 Menschen um, mehr als die Hälfte waren Kinder. Die bisher letzte große Tragödie gab es im Oktober 2018, als in Kertsch auf der von Russland einverleibten Halbinsel Krim ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.

© SZ/dpa/kast/anh/saul/lot
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