Kult in Russland Sekte verehrt Putin als wiedergeborenen Paulus

Der russische Ministerpräsident hat viele Fans, nun hält ihn eine neue Sekte für die Reinkarnation einer biblischen Gestalt - und überrascht damit sogar den sonst so selbstbewussten Wladimir Putin.

Eine in Russland neu gegründete Sekte sieht in Wladimir Putin eine Reinkarnation des Apostels Paulus. Denn: Der Wandel vom Saulus zum Paulus ist nach Überzeugung der Sekte auch im Leben des russischen Ministerpräsidenten zu beobachten. Dass er seit Neuestem sogar als biblische Gestalt verehrt wird, hat offenbar selbst Putin überrascht.

"Du sollst keine falschen Idole anbeten": Der russische Ministerpräsident Putin ist laut seinem Sprecher gar nicht begeistert über den neuen religiösen Kult um seine Person.

(Foto: REUTERS)

Die Sekte hat ihren Sitz in der Wolgastadt Nischni Nowgorod, wie die Wochenzeitung Sobesednik auf ihrer Webseite berichtet. Die Anhänger sehen eine Fülle von Parallelen in den Biographien Putins und des biblischen Paulus - woraus sie folgern, dass es sich um ein und dieselbe Person handeln muss.

Laut der Bibel sei der Apostel anfänglich ein Militärkommandant gewesen, der die Christen verfolgte. Auch Putin habe in seiner Zeit beim sowjetischen Geheimdienst KGB "einige unrechte Dinge getan", sagte Sektengründerin Mutter Fotina dem Blatt. "Aber als er Präsident wurde, erleuchtete ihn der Heilige Geist, und so wie der Apostel begann er seine Herde zu führen."

Die Zeitung machte keine Angaben dazu, wie viele Mitglieder die Sekte hat. Der Sprecher des Ministerpräsidenten zeigte sich im Interview mit Sobesednik überrascht und keineswegs begeistert über den neuen Putin-Kult. Es sei zwar beeindruckend, dass die Arbeit des Regierungschefs bei der Gruppe so hohe Wertschätzung genieße, sagte Dmitrij Peskow. Er verwies aber zugleich auf eines der zehn Gebote: "Du sollst keine falschen Idole anbeten".

Putin hat in Russland bereits viele glühende Fans - unter anderem wird er in Popsongs, mit dem Namen von Wodka-Marken und in Klubpartys verehrt.