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Prozess in Kansas:Private Spende - schwierige Rechtslage

Doch der Staat weigert sich, das Dokument anzuerkennen. Laut einer Behördensprecherin ist es notwendig, dass Samenspende und -empfang durch einen zugelassenen Arzt durchgeführt werden. Nur dann sei der Spender offiziell von seinen Vaterpflichten befreit. Wenn die Befruchtung dagegen privat stattfinde, wie im Fall des lesbischen Paars, "bleibt die Frage, wer der Vater des Kindes ist".

Die Anwälte Marottas betrachten das Gesetz als veraltet, in mehreren anderen US-Bundesstaaten gebe es bereits Regelungen, die einen Samenspender grundsätzlich von der Elternschaft befreien. Andere Juristen sagen, Marotta habe sich selbst in eine rechtlich schwierige Lage manövriert, indem er der privaten künstlichen Befruchtung zustimmte. Jetzt soll der Fall vor Gericht geprüft werden.

Marotta wehrt sich hartnäckig gegen das Vorgehen des Staates. Bereits vor Beginn des Prozesses hat er Tausende Dollar in rechtlichen Beistand investiert. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet, das dem gelernten Mechaniker helfen soll, die Ausgaben für den Rechtsstreit zu bewältigen.

Für Marotta reicht die Angelegenheit weit über sein persönliches Schicksal hinaus. Die Themen, um die es geht, stehen im Kreuzfeuer öffentlicher Debatten: Homo-Ehe, Samenspende, Adoptionsrecht. "Wir leben in einem von den Republikanern dominierten Bundesstaat, ich denke es geht hier auch um Politik", sagt Marotta dem Topeka Capital-Journal. Er warnt davor, dass die Zahl der Samenspender durch den Fall zurückgehen könnte. Sollte das Gericht dem Staat Kansas recht geben, könnte dieser Rückgang drastisch ausfallen.