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Prozess in Hildesheim:Pädagogenpaar wegen sexuellen Missbrauchs in Wohngruppe angeklagt

Pädagogen wegen Missbrauchs in Familienwohngruppe angeklagt

Das angeklagte Paar sitzt im Gerichtssaal des Landgerichtes Hildesheim.

(Foto: dpa)
  • Ein Pädagogenpaar ist wegen sexuellen Missbrauchs und Misshandlungen mehrerer Mädchen angeklagt.
  • Das Ehepaar leitete eine Wohngruppe für hilfebedürftige Kinder.
  • Eine ehemalige Bewohnerin hatte im Janaur dieses Jahres die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

Er soll Mädchen gezwungen haben, tagelang Windeln zu tragen, ein anderes Kind soll er in einen Hundekäfig gesperrt haben. Unter anderem wegen dieser Vorfälle steht nun ein 56-jähriger Mann aus dem niedersächsischen Gifhorn vor dem Landgericht Hildesheim. Der Erzieher ist wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern in elf Fällen sowie Misshandlung in vier Fällen angeklagt. Mitangeklagt ist seine Ehefrau. Die Sozialpädagogin muss sich für fünf Misshandlungsfälle verantworten. Alle Taten sollen zwischen 1998 und 2007 stattgefunden haben.

Eine der vier Nebenklägerinnen wollte den Prozess im Gerichtssaal verfolgen. Seine Mandantin habe sich schon damals wegen der Taten an eine Betreuerin gewandt, die aber beim damaligen Träger der Einrichtung kein Gehör gefunden habe, sagte Lutz Kesselhut, Rechtsanwalt einer heute 33-Jährigen. Eine andere frühere Bewohnerin hatte sich im Januar dieses Jahres an die Polizei gewandt und so die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Das Ehepaar, das eine Wohngruppe für hilfebedürftige Kinder leitete, soll über Jahre hinweg Mädchen sexuell missbraucht und gequält haben. Seit März sitzen beide in Untersuchungshaft.

Der damalige Träger der Einrichtung hatte sich 2007 von dem Paar getrennt. Grund seien aber nicht Hinweise auf sexuellen Missbrauch gewesen. Das Paar führte die Beratungsstelle, in der laut Anklage bis zu sieben hilfebedürftige Kinder lebten, mit einem neuen Träger weiter. Beim Prozessauftakt wurde nach der Verlesung der Anklage die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Den Ausschluss hatte die Verteidigung beantragt, weil die Angeklagten über ihre Intimsphäre berichten wollten.

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