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Nach tödlicher Attacke auf Tierpflegerin:Tiger Oz muss nicht sterben

"Komm nah": So wirbt der Hamilton Zoo in Neuseeland für seine Tiger. Am Sonntag hat eine der Großkatzen eine Wärterin getötet.

(Foto: AP)

Wenn ein Zootier einen Menschen tötet, wird es für gewöhnlich eingeschläfert. Doch der Tiger Oz aus Neuseeland hat viele Fans.

Trotz seines tödlichen Angriffs auf eine Wärterin soll der Sumatra-Tiger Oz aus dem Zoo im neuseeländischen Hamilton nicht getötet werden. Nach einer Internetkampagne zugunsten von Oz beschloss der Stadtrat, den Tiger am Leben zu lassen. Hier das Video des Zoos, in dem Oz vorgestellt wird:

Oz sei nur seinen "natürlichen Instinkten gefolgt" und stelle somit keine größere Gefahr für Tierpfleger dar, abgesehen von den generellen Risiken bei der Arbeit mit Raubtieren, erklärte der Rat, der auch für die Verwaltung des Zoos zuständig ist. Das ausgewachsene Tigermännchen hatte die 43-jährige Pflegerin Samantha Kudewah am Sonntag angefallen und getötet.

Petitionen für ein Tigerleben

Der Zoo war zum Zeitpunkt des Unglücks geöffnet. Die Behörden betonten jedoch, für die Besucher habe keine Gefahr bestanden. Sie waren umgehend zum Verlassen des Zoos aufgefordert worden. Die Pflegerin starb noch am Unglücksort. Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch unklar.

Kudewah galt als leidenschaftliche Tierschützerin und als sehr erfahren mit der Aufzucht von Wildkatzen. Nach ihrem Tod sammelten mehrere Online-Petitionen Unterschriften für die Rettung des Sumatra-Tigers. Die Facebook-Gruppe "Helft uns, Oz zu retten" hatte binnen weniger Stunden Tausende Unterstützer. Der Stadtrat wies anschließend darauf hin, dass Oz für das Zuchtprogramm des Zoos eine wichtige Rolle spiele. Der Weltnaturschutzunion IUCN zufolge sind Sumatra-Tiger vom Aussterben bedroht.

© SZ.de/AFP/AP/flex/afis
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