Nach Fall "Gammy":Thailand hindert Paar mit Leihmutter-Baby an Ausreise

Der Fall des kleinen Jungen Gammy hat die thailändischen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Ein schwules Paar wurde nun an der Ausreise mit einem mutmaßlichen Leihmutter-Baby gehindert. Nun will Thailand die Gesetzeslage ändern.

  • Thailand verschärft Kontrollen beim Geschäft mit Leihmüttern.
  • Ein schwules australisches Paar darf mit seinem mutmaßlichen Leihmutter-Baby nicht ausreisen.
  • Thailand will ein Gesetz, das Leihmutterschaft zu kommerziellen Zwecken verbietet, zum Ende des Jahres verabschieden.

Australisches Paar kann Sorgerecht nicht nachweisen

Nach dem Skandal um das Baby Gammy verschärft Thailand die Kontrollen beim Geschäft mit Leihmüttern. Ein schwules Paar aus Australien mit einem mutmaßlichen Leihmutter-Baby sei am Donnerstag an der Ausreise gehindert worden, weil ihm der Nachweis zum Sorgerecht des Kindes fehlte, sagte ein Vertreter der Ausländerbehörde, General Suwichpol Imjairach. Berichte australischer Medien, wonach in den vergangenen Tagen vier ausländischen Paaren mit Leihmutter-Babys die Ausreise verweigert wurde, bestätigte er nicht. Die thailändischen Behörden sind alarmiert, seit Anfang August bekannt wurde, dass ein australisches Paar ein Baby mit Down-Syndrom und einem Herzfehler, den kleinen Gammy, bei seiner thailändischen Leihmutter gelassen und nur dessen Zwillingsschwester mitgenommen hatte.

Diskussion um Baby Gammy

Der biologische Vater - der bereits wegen Kindesmissbrauch und sexueller Belästigung von Kindern verurteilt worden ist - und seine Frau dementieren, Baby Gammy für immer verlassen zu haben, räumen aber ein, nach ihrer Ausreise keinen Kontakt mehr gesucht zu haben, um herauszufinden, wie es ihm geht. Vor einer Woche äußerte sich das Paar erstmals öffentlich in einem Fernsehinterview.

Kommerzielle Leihmutterschaften werden in Thailand verboten

Bisher ist das Geschäft mit Leihmüttern nicht ausdrücklich verboten. Thailands Militärregierung hat jedoch bereits ein Gesetz vorgelegt, das Leihmutterschaften zu kommerziellen Zwecken verbietet und auch die Leihmutterschaft zwischen Verwandten deutlich einschränkt. Um das Gesetz rasch verabschieden zu können, wurde das Verfahren verkürzt. "Das Gesetz wird vor Ende des Jahres in Kraft treten", sagte der Chef der Rechtsabteilung im Ministerium für öffentliche Gesundheit, Chatree Pinyai. Leihmütter dürften ab dann kein Geld mehr mit dem Austragen fremder Babys verdienen. Ausländische Paare, die bereits auf Babys von Leihmüttern warten, fürchten nun, das Verbot könnte auch sie treffen. Dazu sagte Chatree. "Solange sie von ihrer Botschaft alle nötigen Papiere für das Baby haben, können sie ausreisen."

© SZ.de/AFP/jst/ebri
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