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Nach Brand auf der "Costa Allegra":Fischtrawler schleppt Kreuzfahrtschiff ab

Erst brannte es, dann fiel der Strom aus, nun haben Helfer die manövrierunfähige "Costa Allegra" im Indischen Ozean erreicht: Ein Fischfangschiff schleppt das italienische Kreuzfahrtschiff mit mehr als tausend Menschen an Bord ab. Ursprünglich sollten die Passagiere zur kleinen Seychellen-Insel Desroches gebracht werden, doch daraus wird nichts. Aus Sicherheitsgründen.

Das im Indischen Ozean havarierte Kreuzfahrtschiff Costa Allegra wird nun doch bis Mahé, der Hauptinsel der Seychellen, abgeschleppt. Dort soll es nicht vor Donnerstag ankommen. Wie die Reederei Costa Crociere mitteilte, wurde der ursprüngliche Plan, das Schiff zur näheren Seychellen-Insel Desroches zu schleppen und dann die Passagiere und Crew nach Mahé zu bringen, fallengelassen.

Die Sicherheitsbedingungen für die Landung und Übernachtungsmöglichkeiten für hunderte Menschen seien auf der kleinen Insel einfach zu schlecht, erklärte das Unternehmen. Laut BBC gibt es auf der Insel nur ein Hotel. Zudem könnten auf Desroches nur sehr kleine Flugzeuge landen, die maximal 20 Passagiere transportieren.

Zuvor hatte es geheißen, ein französischer Fischtrawler schleppe die Costa Allegra nach Desroches. Dort sollten die Passagiere auf ihren Transfer nach Mahé, der größten Insel der Seychellen, warten.

Ein zweites französisches Schiff wurde auf Anfrage der Seychellen inzwischen zu dem Kreuzer umgeleitet, um bei der Rettungsaktion zu helfen, teilten die Behörden des französischen Übersee-Départements La Réunion im Indischen Ozean mit. Demnach könnte das Abschleppen des Schiffes je nach Wetterlage zwischen 24 und 36 Stunden dauern. Die italienische Küstenwache, die bei der Koordinierung des Einsatzes hilft, rechnete für Mittwoch 15 Uhr mit einer Ankunft des Kreuzfahrtschiffes.

Ein Hubschrauber fliege unterdessen zur Costa Allegra, um die 636 Passagiere und mehr als 400 Besatzungsmitglieder mit Lebensmitteln, Satellitentelefonen und Kurzwellenradios zu versorgen.

38 Deutsche sind auf dem Schiff

Auf dem Kreuzfahrtschiff war am Montag ein Feuer ausgebrochen, die Costa Allegra trieb daraufhin ohne Strom in den Gewässern vor den Seychellen. Der Brand im Maschinenraum sei aber inzwischen gelöscht, die Passagiere seien "bei guter Gesundheit", teilte die Zentrale der italienischen Küstenwache am Montag nach einem Telefonat mit dem Kapitän des 188 Meter langen italienischen Kreuzfahrtschiffes mit.

Nach Angaben der Reederei Costa Crociere sind 1049 Menschen an Bord, unter ihnen 636 Passagiere aus 25 Ländern, die meisten von ihnen aus Italien, Frankreich und Österreich. Auch 38 Deutsche sind auf dem Schiff. Zudem sollen sich neun italienische Militärangehörige im Auftrag der Anti-Piraten-Mission Atalanta an Bord befinden. Im Indischen Ozean greifen Piraten immer wieder Schiffe an und entführen die Besatzungen.

"Das Feuer hat sich in keinen anderen Bereich des Schiffes ausgebreitet, es hat weder Verletzte noch Opfer gegeben", hieß es. Die Costa Allegra befand sich demnach im südwestlichen Teil der Seychellen und soll nach dem Ausbruch des Feuers ein Hilfssignal abgegeben haben.

Der Zwischenfall auf der Costa Allegra ereignete sich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für die Betreibergesellschaft Costa Crociere, einer Tochterfirma des US-Unternehmens Carnival. Erst am 13. Januar war ihre Costa Concordia vor der toskanischen Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen gelaufen und gekentert. Bei dem Unglück kamen mindestens 25 Menschen ums Leben, sieben werden noch vermisst.