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Möbelhaus-Erpresser legen Geständnis ab:Anschlagsserie auf Ikea-Filialen aufgeklärt

Die Erpresser platzierten in mehreren europäischen Filialen der Möbelhauskette Sprengsätze: Im Oktober verhaftete die polnische Polizei dann zwei Tatverdächtige im Fall der Bombenanschläge auf die Ikea-Standorte. Nun steht fest: Die Ermittler haben die richtigen Männer erwischt.

Die Serie von Bombenanschlägen auf Ikea-Filialen in mehreren europäischen Ländern ist aufgeklärt. Die beiden Anfang Oktober in Polen festgenommenen Männer hätten sich zu der Tat in Dresden bekannt, teilten das sächsische Landeskriminalamt und die Dresdner Staatsanwaltschaft mit. Dabei waren im Juni zwei Menschen leicht verletzt worden. Auch die vier weiteren Attentate auf Standorte der Möbelhauskette räumten die Verdächtigen demnach ein.

BELGIUM GENT IKEA EXPLOSION POLICE SEARCH

Im Mai 2011 ging in der Ikea-Filiale im belgischen Gent eine Bombendrohung ein: Die Polizei durchsuchte das Möbelhaus daraufhin mit Sprengstoffspürhunden.

(Foto: dpa)

Die Anschlagsserie hatte im Mai dieses Jahres mit Explosionen kleinerer Sprengsätze in Ikea-Filialen in Lille (Frankreich), Gent (Belgien) und Eindhoven (Niederlande) begonnen. Beim letzten Anschlag im September in Tschechien wurde der Sprengsatz rechtzeitig gefunden und entschärft.

Nach der verhinderten Tat in Prag hatten die beiden 39 Jahre alten Polen sechs Millionen Euro von dem schwedischen Konzern gefordert und bei Nichtzahlung mit weiteren Anschlägen gedroht. Als Motiv hätten die Verhafteten in den Vernehmungen ihre finanzielle Notlage angegeben.

Die "heiße Spur" nach Polen habe sich bereits während der Ermittlungen in Sachsen herauskristallisiert, hieß es von Seiten der deutschen Behörden. Nach dem Anschlag in Dresden seien speziell ausgebildete Spürhunde eingesetzt worden, die einer Geruchsspur bis zur polnischen Grenze folgten.

Die letztendliche Aufklärung sei nur durch eine enge internationale Zusammenarbeit möglich gewesen, betonten die sächsischen Ermittler. Es habe einen ständigen Informationsaustausch mit den betroffenen Ländern über Europol in Den Haag gegeben.

Die deutschen Behörden wollen das Verfahren nun an die zuständigen Stellen in Polen abgeben. Die Appellationsstaatsanwaltschaft Wroclaw (Breslau) hat den Angaben zufolge ein Ermittlungsverfahren wegen Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen und versuchter Erpressung gegen die Männer eingeleitet.