bedeckt München 23°

Kolumne "Mitten in...":Mehr Schweinchen

In München werden aus einem Haustier vier, in Raisting könnte ein Storch auf die Speisekarte kommen und in Schäftlarn plagt sich ein Hobbygärtner mit seinem gefräßigen Hund.

Von Titus Arnu, Florian Kaindl und Heike Nieder

Tiere in ... München

Illustration: Marc Herold

Meine Tochter wünschte sich zum Geburtstag dringend ein Meerschweinchen. Und um sich vorzubereiten, stellte sie allerhand Fragen, zum Beispiel: Warum heißen Meerschweinchen eigentlich Meerschweinchen? Weil sie mal auf Schiffen übers Meer gekommen sind, war meine naive Antwort. Da wusste ich noch nicht, dass es sich beim zweiten "e" um einen Schreibfehler handeln muss. Es war nicht leicht, zu Corona-Zeiten das neue Haustier aufzutreiben, aber auf Ebay-Kleinanzeigen, zwischen Meerschweinchen-Urnen aus Porzellan, selbstgenähten Plüsch-Nagern und einem ausgestopften Tier, wurde tatsächlich ein lebendiges Exemplar angeboten. Unser neuer Mitbewohner gedieh prächtig, das Futter schien zu schmecken. Doch eines Tages saßen vier Mini-Meerschweinchen im Käfig. Wundersame Vermehrung. Es müsste also eigentlich "Mehrschweinchen" heißen. Heike Nieder

Tiere in ... Raisting

Illustration: Marc Herold

Als Stadtmensch freut man sich über beinahe jedes Tier, das man abseits der typischen domestizierten Begleiter zu sehen bekommt. Der Hase im Park, die Maus im Biergarten, der Igel im Hof - sie alle bringen Abwechslung in den urbanen Alltag. In Raisting sitzt gegenüber dem Gasthof gleich mal ein Storch auf dem Dach. Im Ortskern sind es noch mehr, knapp 20 thronen allein auf der Kirche und klappern mit den Schnäbeln, was das Zeug hält. Das Freiluftkonzert passt perfekt zur Abendstimmung, während sich der Himmel rosa verfärbt. Die Wirtin hält eher wenig von den gefiederten Musikanten. Jeden Morgen um vier fange der Storch zu klappern an. Alle zwei Tage müsse jemand aufs Dach steigen, um den Unrat zu beseitigen. Irgendwann, schließt sie, aus ihrer Sicht nur konsequent, finde der Vogel noch seinen Weg auf die Speisekarte. So unterscheiden sich die Perspektiven. Florian Kaindl

Tiere in ... Schäftlarn

Illustration: Marc Herold

Tomaten schmecken besonders gut, wenn man sie selbst großgezogen hat. Aus einem wackeligen Pflänzchen wächst eine mannshohe Staude, die irgendwann gelbe Blüten bildet. Von August an reifen die Früchte in der Sonne. Täglich gehe ich in den Garten, gieße fleißig und zupfe an den Tomaten herum, schaue ihnen beim Erröten zu und warte geduldig auf den Tag der ersten Ernte. Endlich ist es so weit! Aber dort, wo tags zuvor noch eine fast dunkelrote Fleischtomate baumelte, ist nur noch ein Stiel. Wer war das? Der Dieb verhält sich auffällig, er schleckt sich ungeniert das Maul: mein Hund Oskar. Der genussorientierte Labrador hat, genau wie ich, seit Wochen auf den Moment gewartet, in dem die Tomate vollreif war - und vor mir zugeschlagen. Rohe Tomaten sind angeblich giftig für Hunde. Doch Oskar geht es prächtig. Sonnenwarm mag er sie am liebsten. Titus Arnu

© SZ/nas
Wanzen 16:9

SZ Plus
Bettwanzen
:Das große Fressen

Die Bettwanze war fast aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Jetzt ist sie zurück - und zwar weltweit. Die Gründe? Globalisierung, EU-Gesetzgebung, Klimawandel. Experten sagen: Es gibt genau eine Lösung.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite