Extremkälte in den USA Chicago taut auf

Eine Eisschicht bedeckt den Chicago River. Bis Montag soll das Thermometer wieder auf 10°C klettern.

(Foto: dpa)

Nach der Rekordkälte der vergangenen Tage springt das Thermometer in manchen Regionen Nordamerikas am Wochenende um mehr als 40° C. Doch bald soll es wieder kälter werden.

Nach der Rekordkälte kommt der Rekord-Temperaturanstieg. Der Nationale Wetterdienst (NWS) in den USA erwartet für das Wochenende Temperaturen deutlich über Null Grad Celsius. Laut aktuellen Voraussagen sollen die Temperaturen in Chicago bis Montag auf knapp zehn Grad steigen.

In den vergangenen Tagen hatte der mittlere Westen der USA dem NWS zufolge die extremste Kältewelle in den vergangenen 20 Jahren erlebt. Rund um die Millionenmetropole Chicago im Bundesstaat Illinois sanken die Temperaturen auf bis zu - 27 °C. Die Stadt verzeichnete 52 Stunden am Stück Temperaturen von unter 0 Grad Fahrenheit, das entspricht minus 18 Grad Celsius. Nach einem Bericht des Senders NBC war es in Chicago zeitweise sogar kälter als in Sibirien, am Südpol, auf dem Mount Everest oder in Alaska.

Bis zu 27 Menschen starben nach Angaben der Behörden in Folge der eisigen Temperaturen im ganzen Land. Betroffen von der Kältewelle war zeitweise ein Viertel der Bevölkerung der USA. Einige der 21 Todesopfer waren erfroren, andere starben bei wetterbedingten Unfällen, hieß es. Viele Fälle würden noch untersucht, um die genaue Todesursache zu klären.

Nach dem kurzen Wärmeschub am Wochenende sollen die Werte in den Tagen darauf aber in manchen Landesteilen wieder deutlich unterhalb des Gefrierpunktes sinken. In vielen Städten werden durch die großen Temperaturschwankungen Probleme wie berstende Versorgungsleitungen, Schlaglöcher in den Straßen und instabile Brücken befürchtet.

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