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Wiederholungstäter:Achtjähriger erneut auf Autobahn unterwegs

Autobahn 1 bei Köln

Die A 1 bei Köln. Hier prallte der Junge an einer Raststätte auf einen parkenden Lkw-Anhänger.

(Foto: Federico Gambarini/dpa)
  • Ein achtjähriger Junge aus Soest, der bereits in der Nacht zum Mittwoch von der Polizei auf einer Autobahn aufgegriffen wurde, hat eine weitere Fahrt mit dem Wagen seiner Mutter unternommen.
  • Diesmal endete die Fahrt mit einem Unfall - verletzt wurde allerdings niemand.
  • Der Junge ist nun in psychologischer Betreuung.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat ein Achtjähriger aus Soest in Nordrhein-Westfalen mit einem Auto eine nächtliche Spritztour unternommen. Bereits am frühen Mittwochmorgen war er mit dem VW Golf seiner Mutter über die Autobahnen rund um Soest gefahren. Diesmal fuhr er sogar noch weiter - ins etwa 50 Kilometer entfernte Dortmund.

Zeugen meldeten dort ein schnell fahrendes Auto in der Innenstadt, das rote Ampeln missachtete. Am Steuer: ein Kind. Der Junge fand offenbar rasch aus Dortmund heraus und fuhr auf die A 1 Richtung Köln. Dort prallte er an der Raststätte Lichtendorf auf einen parkenden Lkw-Anhänger. Er blieb unverletzt. Das Auto wurde stark beschädigt.

Der Junge selbst behauptete, diesmal mit bis zu 180 km/h unterwegs gewesen zu sein. Bei seiner letzten Fahrt hatte er angegeben, mit Tempo 140 auf der Autobahn gefahren zu sein, bis er sich nicht mehr wohlgefühlt habe und auf einen Parkplatz gefahren sei. Zusätzlich zu dem Auffahrunfall sei er dieses Mal auch noch geblitzt worden. Beide Angaben konnte die Polizei bisher nicht verifizieren. Wegen des angeblichen Blitzerfotos habe das Verkehrskommissariat jedoch Kontakt zum Ordnungsamt aufgenommen.

Nach seinem ersten Ausflug in der Nacht auf Mittwoch hatte sogar die britische Tageszeitung The Guardian berichtet. Die Mutter des Jungen hatte sich nach dem ersten Ausflug gegen halb eins in der Nacht bei der Polizei gemeldet, weil ihr Sohn mit ihrem Automatikwagen davongefahren war. Etwa acht Kilometer von zu Hause fand die Mutter dann den Jungen auf einem Rastplatz der A 44: Er hatte das Auto mit eingeschaltetem Warnblinklicht in einer Ecke abgestellt und den Standplatz zusätzlich mit einem Warndreieck abgesichert. "Ich wollte nur ein bisschen Auto fahren", gab der Junge damals zu Protokoll. Offenbar hatte er zuvor schon einmal auf einem Privatgelände einen Pkw gesteuert und fährt regelmäßig Kart und Autoscooter.

Was den Jungen dazu bewegte, sich ein weiteres Mal ans Steuer zu setzen und sich und seine Umwelt in Gefahr zu bringen, ist unklar. Die Polizei hat inzwischen Strafanzeige gegen den Fahrzeughalter gestellt, sagte ein Sprecher zur SZ. Der Junge befinde sich in psychologischer Betreuung. Er wurde diesmal direkt von der Polizei einem psychosozialen Dienst übergeben, nachdem die Beamten bereits am Mittwoch mit den Eltern gesprochen hatten. Man könne sich in der Polizeistation Dortmund nicht erinnern, dass so etwas schon einmal passiert sei.

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